Nach Benzin ist jetzt auch Diesel in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Am Mittwoch, 17. September, kostete ein Liter im bundesweiten Tagesschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April um 0,6 Cent, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Benzin ist bereits seit Tagen auf Rekordniveau. Am Mittwoch erreichte es sein fünftes Hoch in Folge bei 2,314 Euro pro Liter. Im Vergleich zum Dienstag ist Diesel damit um 3,1 Cent teurer geworden.
Starker Anstieg der Kraftstoffpreise
Die Spritpreise sind seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar außergewöhnlich hoch. Seit Ende August haben sie erneut deutlich zugelegt, jüngst spitzte sich die Lage mit neuen Eskalationen am Persischen Golf und Sorgen um die Ölversorgung zu. Insgesamt ist Diesel derzeit knapp 71 Cent teurer als am letzten Tag vor Kriegsausbruch, E10 um knapp 54 Cent. Inflationsbereinigt waren die Kraftstoffe in der Vergangenheit allerdings bereits teurer.
Debatte um Entlastung
Wegen der rekordhohen Spritpreise ist in der Politik eine neue Debatte um Entlastungen entbrannt. Sowohl aus der Union als auch der SPD kommen Vorschläge – strittig ist allerdings, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts der hohen Spritpreise Entlastungen angekündigt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte dagegen am Mittwoch vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer für Kraftstoffe vorübergehend von 19 auf sieben Prozent zu senken.
Gewerblichen Personen- und Güterverkehr gezielt entlasten
Ökonomen haben Maßnahmen, die die Preise allgemein senken, immer wieder kritisiert. Diese würden einerseits mit der Gießkanne auch diejenigen entlasten, die es nicht nötig hätten, und andererseits verhindern, dass die hohen Preise für einen sparsameren Verbrauch sorgen. Eine Senkung der Mehrwertsteuer kritisieren mehrere Verbände, neben dem Transport- und Spediteursverband BGL auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo), da die Mehrwertsteuer für die Betriebe ein durchlaufender Posten ist und daher nichts hilft. Sie fordern eine gezielte Entlastung des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs.