Daimler Buses fährt weiter auf Sicht

© Foto: Daimler Buses

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz von Daimler Buses hat dessen Leiter, Till Oberwörder, am Donnerstag einen Überblick auf die Situation im Unternehmen gegeben.


Datum:
04.03.2021
Autor:
Sascha Böhnke

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Auch wenn die Überschrift einer Pressemitteilung zur Pressekonferenz mit den Worten: "Daimler Buses hat sich im Geschäftsjahr 2020 trotz COVID-19 gut geschlagen..." Optimismus versprühen sollte, zeigt sich beim Blick auf die konkreten Zahlen eher Ernüchterung. So war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 im Wesentlichen von den Auswirkungen der Pandemie bestimmt. Die weltweiten Busmärkte verzeichneten 2020 einen signifikanten Rückgang um fast 40 Prozent und die Kernmärkte von Daimler Buses um 45 Prozent, wobei das Reisebussegment in allen Kernmärkten wie z. B. Europa, Brasilien und Mexiko aufgrund der Einstellung aller touristischer Aktivitäten am stärksten betroffen war. Till Oberwörder erklärte dazu während der Online-Veranstaltung: "In Europa erlebten wir fast einen sofortigen Stopp aller Bestellungen." Im Kernmarkt Europa ging der Reisebusmarkt 2020 im Vergleich zum Vorjahr um fast 60 Prozent zurück. Im Stadtbus- und im Überlandsegment waren ebenfalls rückläufige Tendenzen spürbar. Diese Entwicklungen spiegelten sich auch in den Absatzzahlen des Geschäftsfelds wider. Mit gut 20.200 verkauften Komplettbussen und Fahrgestellen lag der Absatz im Geschäftsjahr 2020 um fast 40 Prozent deutlich unter dem starken Verkaufsergebnis des Vorjahres.

Dennoch betonte Oberwörder, dass Daimler Buses seine Marktführerschaft in allen seinen Kernmärkten ausbauen konnte. So war das Unternehmen 2020 erneut Marktführer in der EU 30 (Europäische Union, Norwegen, Schweiz) sowie in Brasilien, Argentinien, Mexiko und in der Türkei. Auch die Verkäufe in Deutschland waren im vergangenen Jahr zufriedenstellend. Mit gut 3.000 verkauften Einheiten lag der Absatz auf dem Vorjahresniveau. Der Grund hierfür war ein sehr gutes Stadtbusgeschäft. Allerdings geht angesichts nach wie vor bestehender wirtschaftlicher Unsicherheiten Daimler Buses auch im Jahr 2021 von einem nach wie vor angespannten Marktumfeld in der Busbranche aus. Till Oberwörder, Leiter Daimler Buses: „Die COVID-19-Pandemie hatte im vergangenen Jahr erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Busbranche und auch im Jahr 2021 wird die Situation auf den weltweiten Busmärkten angespannt bleiben. Dabei hilft uns unsere breite und globale Aufstellung mit einem umfassenden Produktportfolio in Verbindung mit den eingeleiteten Gegenmaßnahmen wie z. B. Kostendisziplin. Für das Jahr 2021 fahren wir weiter auf Sicht und bleiben zuversichtlich. Wenn die Pandemie hinter uns liegt, werden die Menschen wieder reisen wollen, was zu einer Normalisierung unseres Geschäfts führen wird. Unsere Zukunft haben wir fest im Blick: Wir investieren weiterhin in unsere strategischen Projekte wie z. B. die CO2-neutrale Mobilität. Unser Ziel dabei ist es, die Transformation in unserer Branche zu gestalten und nachhaltige sowie effiziente Mobilitätslösungen auf den Weg zu bringen.“

Angesprochen auf die Situation im Evobus-Werk in Neu-Ulm erklärte Till Oberwörder, dass dieser Standort als in den Konzern eingebundes Kompetenzcenter für Reisebusse, für Assistenz- und Sicherheitssysteme, ein wesentlicher Faktor im Produktionsnetzwerk sei. Weiterhin befindet sich hier die Sitz- und Rohrfertigung sowie die Lackierung. Dennnoch bedeutet der Zusammenbruch im Reisbussegment für das Werk Neu-Ulm weiterhin das Setzen auf Kurzarbeit und Blockfertigung. Auch würden individuelle Abfindungsverträge mit Teilen der Mitarbeiter vereinbart. Auf Nachfrage von Journalisten erklärte Till Oberwörder, man sei davon überzeugt, dass der Markt zügig wieder anziehen wird, wenn sich die Situation entspannt.

Mit Blick auf den Ausbau der weltweiten Präsenz hieß es, dass nach der Gründung der neuen Gesellschaft Daimler Coaches North America (DCNA) zu Beginn des vergangenen Jahres Daimler Buses derzeit ebenfalls sein Geschäft in den USA und in Kanada mit einem erweiterten Serviceangebot sowie einer erweiterten Ersatzteillogistik neu ausrichte. Dazu passt auch, dass Mitte dieses Jahres ein neuer Reisebus von Mercedes-Benz für den nordamerikanischen Markt vorgestellt werde.

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