Auch auf anspruchsvollen Strecken schneiden batterieelektrische Busse gegenüber Bussen mit Brennstoffzellen oder Wasserstoff-Verbrennungsmotoren sowohl in Bezug auf die Kosten als auch bei der Umweltbilanz besser ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Verkehr (BAV) BAV. Die Studie wurde von der INFRAS AG durchgeführt. Dabei wurden die drei verschiedenen Antriebe ausführlich miteinander verglichen. Ausgegangen wurde von einer Betriebszeit von 12 Jahren, basierend auf der im Jahr 2030 voraussichtlich verfügbaren Technologie, teilte das BAV mit.
Linien mit steilen Abschnitten herausfordernd
Hintergrund der Studie ist, dass die Umstellung auf alternative Busantriebe in der Schweiz im vollen Gange ist. Auf verschiedenen Strecken sind bereits batterieelektrische Busse im Einsatz, vor allem im Stadtbusbereich. Auf längeren Strecken außerhalb des Stadtverkehrs oder Strecken mit steilen Abschnitten habe sich der Einsatz der batterieelektrischen Busse aber „herausfordernd“ gestaltet. Im Rahmen einer vom BAV in Auftrag gegebenen Studie wurde deshalb untersucht, ob Busse mit Wasserstoff-Brennstoffzellen oder Wasserstoff-Verbrennungsmotoren gegenüber den Batteriebussen auf solchen Strecken wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller sein könnten.
Informationen sollen Busbetrieben helfen
In der Studie wurden auch die notwendige Infrastruktur (vor allem Ladestationen und Wasserstoff-Tankstellen) sowie die klima- und umweltbezogenen Auswirkungen der Fahrzeug- und Batterieherstellung untersucht. „Die Erkenntnisse sollen den Verkehrsbetrieben helfen, künftig die richtige Wahl für nicht-fossile Antriebe zu treffen“, so das BAV. Ausführliche Infos zur Studie finden Sie hier.
Batteriebusse mit der besten Bilanz
Es habe sich gezeigt, dass „batterieelektrische Busse gegenüber solchen mit Wasserstoff-Brennstoffzelle oder Wasserstoff-Verbrennungsmotor grundsätzlich im Vorteil sind“, so das Fazit der Studie. Dies sowohl bei den „Umweltaspekten wie Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch als auch bei den Gesamtkosten“. Batteriebusse stellten die „umweltfreundlichste Lösung dar, selbst wenn ihre Reichweite etwas kürzer ist und für längere Tagesstrecken zusätzliche Fahrzeuge nötig sein können“, heißt es in der Studie weiter. Bei einer zweiten Verwendung der Batterien (z.B. als Speicherbatterie) nach deren Ausbau aus dem Bus fällt die Umweltbilanz des batterieelektrischen Antriebs noch besser aus.
Batterieelektrischer Antrieb mit den niedrigsten Kosten
Brennstoffzellenbusse erreichen eine ähnlich gute Klimabilanz wie die E-Busse, benötigen aber mehr Energie und verursachen eine tendenziell höhere Umweltbelastung. Busse mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor lägen „klar hinten, vor allem wegen ihrer geringeren Effizienz“. Auch bei den Gesamtkosten schneiden Busse mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren am schlechtesten ab. „Sie sind zwar günstiger in der Anschaffung als Brennstoffzellen- und Batteriebusse, aber wegen der hohen Energiekosten und der teuren Tankinfrastruktur letztlich teurer“, schreibt das BAV. Die Studie kommt daher zu dem Ergebnis: „Batterieelektrische Busse sind die kostengünstigste fossilfreie Option, Brennstoffzellenbusse liegen dazwischen.“