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LHO: Familiengeführte Unternehmen am Markt halten

Die LHO-Vorstandsmitglieder Daniel Sallwey, Udo Diehl und Karl Reinhard Wissmüller sowie Geschäftsführer Volker Tuchan (v.l.n.r.) feiern den 50. Geburtstag des Verbandes
© Foto: LHO

Bei ihrer Jubiläumsfeier forderte der LHO faire Ausschreibungsbedingungen und Beteiligungschancen, um im ÖPNV langfristig genügend Anbieter am Markt zu erhalten.


Datum:
10.05.2022
Autor:
Thomas Burgert
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Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmen (LHO) hat in Gründau (Main-Kinzig-Kreis) den 50. Geburtstag des Verbandes gefeiert. „Damit die Verkehrswende gelingt und der Klimaschutz so rasch verbessert werden kann, muss das Busfahren spürbar noch attraktiver werden“, sagte der LHO-Vorsitzende Karl Reinhard Wissmüller. Busse seien aufgrund ihres flexiblen Einsatzes ein idealer Bestandteil für einen passgenauen ÖPNV und ein umweltschonendes Reisen, betonte Wissmüller. Wünsche von Fahrgästen und öffentlichen Auftraggebern können in der Regel spätestens zum nächsten Fahrplanwechsel erfüllt werden.

Deshalb sei es wichtig, die meist von Familien geführten Busunternehmen zu stützen und sie am Markt zu halten. Dies war in den vergangenen Jahren wegen der Corona-Krise nicht einfach: Fast alle Busunternehmen haben im Krisenmodus gearbeitet. „Nur wenige Wirtschaftsbereiche sind von Corona, dem Ausfall jeglicher Busreisen und dem dramatischen Anstieg des Dieselpreises um 70 Prozent so hart getroffen und in ihrer Existenz gefährdet, wie die mittelständische Busbranche“, betonte Wissmüller.

LHO: Busunternehmen müssen entlastet werden

Busunternehmen im ÖPNV bekämen Liquiditätsprobleme, wenn die exorbitant gestiegenen Dieselkosten erst in einem Jahr über die bisher übliche Preisfortschreibung ausgeglichen werden würden: „Die Unternehmen können dies nicht über längere Zeit vorfinanzieren“, warnte Wissmüller. Auch im Reiseverkehr könnten stark steigende Kosten nicht einfach an Kunden weitergegeben werden. Die ganze Branche brauche dringend eine Entlastung.

Wissmüller wies auf einen unmöglich zu erfüllenden Spagat hin, der oft gefordert werde. Busse sollen gleichzeitig wenig kosten, mehr Fahrgäste anlocken, ihre Angebote ausweiten und so die Verkehrswende vorantreiben. Dies lasse sich mit den aktuell zur Verfügung stehenden Mitteln aber nicht miteinander vereinbaren: „Wenn der ÖPNV gestärkt werden soll, Busse zu mehr Mobilität beitragen und die Fahrgastzahlen steigen sollen, braucht es mehr Fahrzeuge, mehr Fahrerinnen und Fahrer und eine langfristig sicher gestellte Finanzierung“, erklärte Wissmüller.

Mehr funktionale Elemente in Ausschreibungen

Wichtig für mittelständische Busunternehmen seien „faire Ausschreibungsbedingungen und Beteiligungschancen, um langfristig für den ÖPNV genügend Anbieter am Markt zu erhalten“. Bei Ausschreibungen in Hessen müssten Unternehmen jeder Größe im Wettbewerb eine Chance haben. Mehr funktionale Elemente in Ausschreibungen, die das Know-how der Unternehmen vor Ort einbeziehen, käme Fahrgästen und Auftraggebern zugute, zeigte sich Wissmüller überzeugt. Eine Subunternehmerquote von 30 Prozent bei größeren Bündeln und bei Direktvergaben sowie Zuschnitt und Größe von Linienbündeln nannte der LHO-Vorsitzende als wichtige Aspekte. Wenn aber Aufgabenträger nur „riesige Linienbündel europaweit ausschreiben“, kämen die Busunternehmen vor Ort kaum zum Zuge, kritisierte Wissmüller.

Integraler Bestandteil des hessischen ÖPNV

Die privaten Busunternehmen seien „ein integraler Bestandteil des hessischen ÖPNV“, sagte Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir (Grüne) in seinem Grußwort. „Vor allem im ländlichen Raum und bei der Schülerbeförderung sind wir auf die privaten Busunternehmen mit ihren rund 3000 Fahrzeugen und 5000 Beschäftigten angewiesen“, so Al-Wazir. Im Gegenzug setze sich das Land für die erforderliche Unterstützung der Branche ein – „auch mit dem Ziel, dass auch kleinere Unternehmen ihren Fuhrpark auf alternative Antriebe umstellen und sich die notwendigen Investitionen auf ihren Betriebshöfen leisten können“.

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