Nach einem mehrfach ausgestrahlten Bericht des Fernsehsenders RTL fordert der Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland LVS mehr Sachlichkeit bei der Berichterstattung. Zu sehen war bei RTL ein Reisebus der Firma Sunshine Bus (Lambert-Reisen) aus Saarwellingen in einer Verkehrskontrolle, nachdem kurz zuvor ein Hinterreifen geplatzt war. Dabei blendete der Sender die Worte „Rollende Zeitbomben“ ein. Nachdem danach Polizei, Fahrgäste und Busunternehmer Ralf Lambert interviewt wurden, zeigt RTL einen tatsächlich schrottreifen Bus, der in Berlin gestoppt wurde. Der Reporter schlussfolgert, dass der Preisdruck in der Branche auf Kosten der Sicherheit zu gehen scheint. Daraufhin kommt anonym ein Busfahrer zu Wort, der über andauernde Lenk- und Ruhezeiten-Verstöße berichtet. Zum Schluss des etwa zwei Minuten langen Berichts werden Bilder von Bus-Unglücken gezeigt. Der LVS erklärt in einer Pressemitteilung, dass eine solche Form der Berichterstattung dem tatsächlichen Geschehen sowie dem hohen Qualitäts- und Sicherheitsniveau von Sunshine Bus nicht gerecht werde. Der geplatzte Reifen hatte erst eine Laufleistung von 48.000 km. Dass ein Omnibus-Reifen platzt, könne vorkommen, sei aber dank ständiger Kontrollen weitaus seltener als bei einem Pkw. Die Polizei stellte weder das Fahrzeug wegen technischer Mängel sicher noch leitete sie ein Ermittlungsverfahren ein. Diesen Vorfall und die Firma Sunshine Bus als Bestätigung der pauschalen Vorwürfe eines Busfahrers über Ruhezeitenverletzungen und als Beleg für angebliche Missstände in der Busbranche heranzuziehen sei unsachlich und sachschädigend, so der Verband weiter. In dem Fernsehbericht seien öffentlichkeitswirksam Dinge miteinander in Verband gebracht worden, ohne dass ein Sachzusammenhang zwischen ihnen besteht. Der Sendebericht führte bei Sunshine Bus bereits zu Stornierungen von besorgten und verunsicherten Kunden.
LVS: Unsachliche Berichterstattung auf RTL
Landesverband fordert mehr Sachlichkeit bei der Berichterstattung über die Bus-Branche.