MDO: Bargeldloses Bezahlen im Bus wird befürwortet

29.01.2026 12:26 Uhr | Lesezeit: 3 min
Mann mit E-Ticket auf Smartphone im Bus
Ein hoher Anteil der Kundschaft bezahlt laut MDO nicht mehr in Fahrzeugen oder Kassen des ÖPNV, sondern nutzt digitale Bezahlsysteme
© Foto: ljubaphoto/Getty Images/IStock

Wenn es heißt „kein Bargeld mehr im Bus“ folgt oft eine kontroverse Diskussion um das Bezahlen im ÖPNV, der MDO hat sich nun klar positioniert.

Die Vorteile des bargeldlosen Bezahlens in ÖPNV-Fahrzeugen würden deutlich überwiegen, so die Einschätzung des Verbands Mitteldeutscher Omnibusunternehmen (MDO). Der Verband hat ein Positionspapier zur aktuell diskutierten Frage des bargeldlosen Bezahlens im ÖPNV veröffentlicht, in dem die Einführung begrüßt wird. Bargeldloses Zahlen in Bussen und anderen Nahverkehrsfahrzeugen sorge „für mehr Sicherheit, spart Zeit, senkt Zusatzkosten, ist hygienischer und entspricht dem modernen Alltag“, heißt es dort. Die Einführung des bargeldlosen Bezahlens in Bussen des Nahverkehrs insgesamt sei „sinnvoll und zukunftsorientiert“ und werde daher durch den MDO „ausdrücklich unterstützt“.

Diskussion um bargeldloses Bezahlen im Bus

Der MDO verweist bei der Frage nach der Einführung des bargeldlosen Bezahlens und der daraus folgenden Konsequenz „kein Bargeld mehr im Bus“ unter anderem auf folgende Punkte, die in der Diskussion wichtig sind:

  • Ein hoher Anteil der Kundschaft bezahlt gar nicht mehr in Fahrzeugen oder Kassen des ÖPNV, sondern nutzt Abonnementsysteme wie das Deutschlandticket. Der „Zahlkunde“ sei deutlich in der Minderheit.
  • Bargeldloses Bezahlen ist international standardisiert und barrierefrei für einheimische Bevölkerung wie auch Gäste. Der ÖPNV ist zur Barrierefreiheit gesetzlich verpflichtet, erinnert der MDO.
  • Touristen und Gäste seien eher darauf orientiert digital zu bezahlen, als mit Bargeld.
  • Das Image des Regionalverkehres gegenüber den Stadtverkehren müsse gehoben werden durch moderne Bezahlmöglichkeiten, auch in Fahrzeugen.
  • Für Menschen mit Behinderung sind verständliche Tarife, barrierefreie Fahrzeuge und moderne Informationssysteme wichtiger als Barzahlung im Bus. Ein Großteil der Menschen mit Behinderung nutze den ÖPNV bundesweit unentgeltlich mit dem Schwerbehindertenausweis.
  • Bargeld setzt Anreize für Veruntreuung, Überfälle und Diebstähle.
  • Das Fahrpersonal hat sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, anstatt auf den Umgang mit Geld.
  • Prüfung auf Falschgeld ist in den Fahrzeugen nicht zumutbar.
  • Bargeldbehandlung im Bus ist für die Fahrgäste zeitintensiv wegen der Suche nach Kleingeld oder nach Wechselgeld.
  • Geldscheine werden in der Regel in Fahrzeugen ohnehin nur eingeschränkt akzeptiert. In Fahrzeugen gibt es kein Recht auf Herausgabe von Wechselgeld.
  • Abbau von Automaten (sofern im Regionalverkehr überhaupt vorhanden), damit Reduzierung von Vandalismusschäden, Kosten für Bestückung und Betreuung und Investitionen.

Kosten für die digitalen Bezahlsysteme

Jeglicher Bezahlvorgang, ob mit Bargeld oder digital, sei mit Kosten und verschiedenen Risiken verbunden, betont der MDO. Das Vorhalten mehrerer paralleler Bezahlmöglichkeiten müsse daher abgewogen werden, schreibt der Busverband weiter. Denn natürlich kosten auch digitale Bezahlsysteme Geld und müssen angeschafft werden. Das Vorhalten mehrerer Bezahlsysteme, z. B. mit Bargeld, könne aber aus wirtschaftlichen Gründen nur übergangsweise aufrechterhalten werden, betont der Verband. Da die Barzahlung an Standkassen oder in Service-Centern der Unternehmen oder über Dritte weiterhin möglich bleibt und das Ticketangebot angepasst werden kann, wird auch kein Kunde ausgeschlossen. Grundsätzlich empfiehlt der MDO das Deutschlandticket empfohlen.

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