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Mobilitätswende: Ein starker ÖPNV und weniger Autos

Mehr ÖPNV, ergänzt durch Sharing-Angebote, Rad- und Fußverkehr sowie weniger Autos - so soll die Mobilität der Zukunft aussehen
© Foto: Oliver Dietze/dpa/picture-alliance

Als „dringend reformbedürftig“ bezeichnete ein Vertreter des Umweltbundesamtes das deutsche Verkehrssystem, gefragt seien integrierte Konzepte für Stadt und Land.


Datum:
23.06.2022
Autor:
Thomas Burgert
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Einen starken ÖPNV und weniger private Autos, dazu Rad- und Fußverkehr sowie Sharing-Angebote – dieses Szenario erwartet Martin Schmied, Leiter des Fachbereichs „Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien“ beim Umweltbundesamt für die Mobilität der Zukunft. „Wenn das Angebot gut ist, wird es automatisch weniger Autos und weniger Parkplätze geben“, sagte Schmied während eines öffentlichen Fachgespräches des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung des Bundestags am Mittwoch, 22. Juni, zum Thema „Nachhaltigkeit im Verkehrssektor“.

Aus Schmieds Sicht ist der Verkehr in Deutschland derzeit unsozial. Reiche Menschen besäßen mehr Autos und emittierten mehr Treibhausgase, sagte er. Ein weiterer Beleg dafür sei auch, dass 2018 im Vergleich zum Jahr 2000 die ÖPNV-Preise um knapp 80 Prozent und die Bahnpreise um 57 Prozent gestiegen sind, während die Kosten für Kauf und Unterhalt von Autos um 36 Prozent geklettert sind. Nachhaltige Mobilität sei vielmehr als „nur“ Klimaschutz, sagte Schmied. Das deutsche Verkehrssystem sei nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter sozialen Gesichtspunkten „dringend reformbedürftig“, so Schmied.

Konzepte müssen auch umgesetzt werden

Nachhaltige Mobilität biete laut Schmied die Chance, Umwelt- und Lebensqualität der Menschen „in Stadt und Land“ zu verbessern, wozu es allerdings integrierte Konzepte brauche. In ländlichen Regionen müsse die nachhaltige Mobilität noch auf den Weg gebracht werden, so Schmid als Vertreter des Umweltbundesamtes. In den Städten gebe es die Konzepte schon, die auch sofort umgesetzt werden müssten.

Der ebenfalls zu der Sitzung geladene Leiter des Bereichs Verkehrs-, Umwelt- und Digitalpolitik bei der Mercedes-Benz Group, Daniel Mack, machte deutlich, dass sich sein Unternehmen ganz klar in Richtung Elektromobilität orientiere. Er betonte zugleich, dass Mercedes-Benz unter Nachhaltigkeit nicht verstehe, weniger Autos zu bauen. „Dann machen es nämlich andere“, so Mack. Es müsse gelingen, „zu dekarbonisieren, was zu dekarbonisieren ist“, aber zugleich auch die Strukturen vor Ort zu erhalten.

Verbrenner muss die Elektromobilität finanzieren

Im Jahr 2030 wolle Mercedes-Benz „vollelektrisch unterwegs sein, wo immer es die Marktbedingungen erlauben“, sagte Mack. Das alte Geschäftsmodell (Verbrenner) werde aktuell benötigt, um das neue (vollelektrisch) zu finanzieren. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen stimmen, fügte er hinzu. Dazu zählte er den Ausbau der Ladeinfrastruktur, der deutlich beschleunigt werden müsse.

Mit Blick auf das von der EU-Kommission für 2035 angekündigte Zulassungsverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verwies der Mercedes-Benz-Vertreter auf das oben genannte Ziel des Unternehmens für 2030. „Entscheidend für den Erfolg des Klimaschutzes im Verkehr ist aber die Akzeptanz des Neuen und nicht das Verbot des Alten“, betonte Mack.

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