Nach VBR-Übernahme: Droht Privaten nun das Aus?

09.01.2009 13:22 Uhr
Brodschelm
© Foto: LBO

Der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen LBO nimmt in einer Pressemitteilung Stellung zur Übernahme der VBR Verkehrsbetriebe- und Servicegesellschaft durch die Hamburger Hochbahn.

Wie OMNIBUSREVUE.de am 31. Dezember 2008 berichtete, hat die Hamburger Hochbahn über ihre Expansionsholding Benex zum Jahreswechsel das im Münchner Verkehrsverbund tätige private Verkehrsunternehmen VBR mit Sitz in Oberschleißheim übernommen. Der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmern LBO befürchtet nun eine Monopolbildung durch kommunale Unternehmen im ÖPNV und sieht die Existenz privater Busunternehmen gefährdet. In einer Pressemitteilung schreibt der Verband: "Das Engagement der Hamburger Hochbahn außerhalb Hamburgs verlief in der Vergangenheit zudem nicht störungsfrei. Nach einer Pannenserie im Linienbusverkehr der hessischen Landeshauptstadt musste das hanseatische Nahverkehrsunternehmen nach weniger als drei Jahren das Feld in Wiesbaden räumen. Erhebliche Qualitätsprobleme bei Personal und Fahrzeugen zwangen die Hochbahn Ende 2007 ihre 49-prozentige Beteiligung an der WIBUS an die städtischen Verkehrsbetriebe Wiesbaden abzugeben. Ursprünglich wollten sich die Hanseaten bis zum Jahre 2019 am ÖPNV-Markt in Wiesbaden betätigen." Die privaten bayerischen Linienbusunternehmen stünden dem Markteintritt der Hamburger Hochbahn in den Münchner Regionalbusverkehr äußerst skeptisch gegenüber, so der LBO weiter. Sie befürchten einen ruinösen und unfairen Verdrängungswettbewerb durch kommunale Verkehrsunternehmen und fordern von der Politik auf Landes- und Bundesebene eindeutige politische Entscheidungen, die eine kommunale Monopolisierung des Nahverkehrs verhindern. „Die kleinen und mittelständischen Verkehrsbetriebe, die seit Jahrzehnten 60 Prozent des Linienbusverkehrs im Freistaat zuverlässig betreiben, dürfen nicht den Expansionsplänen kommunaler Nahverkehrsunternehmen oder großer ÖPNV Konzerne geopfert werden“ mahnt LBO-Präsident Brodschelm. Die Folgen eines kommunalen Monopols im Nahverkehr wären sowohl für die Fahrgäste als auch für die Steuerzahler fatal, wie die Entwicklung der Energiepreise beweist.

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