Aufgrund des großen Erfolges wurde im selben Jahr auch auf den Strecken von Linz nach Eferding und durch das Helenental von Baden nach Alland der Betrieb aufgenommen. Dr. Friedrich Wagner Ritter von Jauregg, Gerneralpostdirektor, gilt als Pionier des österreichischen Postautodienstes. Die ersten Postbusse der Marke Austro-Daimler mit 28-PS-Benzinmotoren und Vollgummireifen beförderten bis zu 17 Personen mit einer damals atemberaubenden Höchstgeschwindigkeit von maximal 22 Stundenkilomtern. Der sogenannte Postomnibus war ein Verkehrsmittel für alle, ob für marktfahrende Bäuerinnen mit Tieren, Pendler oder Touristen. In Tälern und Regionen, die aufgrund der topografischen Verhältnisse oder der geringen Bevölkerungsdichte von der Führung von Schienenverkehrsmitteln ausgeschlossen waren, konnte der Postbus den Personenverkehr übernehmen.
Heute bieten moderne Großraum-Postbusse bis zu 73 Sitzplätze und zusätzliche Stehplätze an. Die ÖBB-Postbus GmbH verfügt über circa 2.200 Busse, die auf 900 Linien eingesetzt werden. Nahezu alle der 2.360 Gemeinden werden vom ÖBB-Postbus bedient, rund 870 haben ausschließlich dem ÖBB-Postbus als öffentliche Verkehrsanbindung. Jährlich nutzen 450 Millionen Kunden die Angebote des österreichischen Mobilitätsunternehmens ÖBB. (ah)
ÖBB-Postbus feiert 105. Geburtstag
Am 6. August 1907 wurde zwischen Neumarkt und Predazzo in den Südtiroler Dolomiten die erste Postautobuslinie des alten Österreichs eröffnet.