Im Tarifstreit im öffentlichen Personennahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern hat es in der zweiten Verhandlungsrunde keine Annäherung gegeben. Es sei leider kein Angebot der Arbeitgeberseite erfolgt, sagte Sascha Bähring, Verhandlungsführer von Verdi Nord. Die Verbandsgeschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Mecklenburg-Vorpommern (KAV), Carola Freier, warf der Gewerkschaft vor, ihrer Forderungen zu überziehen. Die Vorstellungen zur Arbeitszeitreduzierung seien kontraproduktiv und gefährdeten den Status-Quo des ÖPNV. Beide Seiten verständigen sich aber darauf, die Gespräche am 16. Februar in Rostock fortzusetzen.
Verdi mit umfangreichen Forderungen
Bei den Verhandlungen geht es um den Manteltarifvertrag. Im vergangenen Jahr waren die Verhandlungen um den Lohn- und Einkommenstarifvertrag von mehreren Warnstreiks begleitet worden. Betroffen sind auch diesmal 2800 Beschäftigte von neun kommunalen Verkehrsbetrieben. Verdi fordert unter anderem eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden mit einem Wahlmodell für 39 Stunden bei freiwilliger Zustimmung der Beschäftigten. Die Mindestarbeitszeit soll bei sechs Stunden pro Schicht liegen, die Fahrdienstzulage auf 30 Prozent erhöht und die Jahressonderzahlung auf 100 Prozent angehoben werden.