Thüringen: Verdi kündigt Streiks im Nahverkehr an

29.01.2026 11:15 Uhr | Lesezeit: 3 min
Schild_Bushaltestelle
Verdi hat Arbeitskampfmaßnahmen im Nahverkehr in Thüringen angekündigt (Symbolbild)
© Foto: Thomas Burgert

Nach der ersten Verhandlungsrunde im Thüringer Nahverkehr gibt es keine Annäherung. Verdi hat nun Warnstreiks in Aussicht gestellt.

Die erste Verhandlungsrunde in der Tarifrunde für den Nahverkehr in Thüringen ist ohne Ergebnis geblieben. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, haben die Arbeitgeber sämtliche Forderungen nach Entlastung, besseren Arbeitsbedingungen und höheren Entgelten zurückgewiesen. Konkret lehnten sie demnach sowohl eine Arbeitszeitverkürzung als auch eine spürbare Lohnerhöhung ab und brachten stattdessen längere Wochenarbeitszeiten sowie nur minimale Entgeltsteigerungen ins Gespräch. „Das ist kein Angebot, sondern eine Kampfansage“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt.

Verdi will die 35-Stunden-Woche

Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 300 Euro monatlich sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Zudem verlangt die Gewerkschaft höhere Zuschläge, kürzere und verlässlichere Schicht- und Ruhezeiten sowie bessere Arbeitsbedingungen, um den Nahverkehr langfristig attraktiv zu halten. Verdi kündigte an, nun die nächsten Schritte vorzubereiten. „In den kommenden Wochen ist mit Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen“, erklärte die Tarifkommission.

Schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Arbeitgeberseite verwies auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen. „Wir setzen uns für einen ausgewogenen Abschluss ein, der den derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird und zugleich das Leistungsangebot und die Qualität des Nahverkehrs in Thüringen sichert“ sagte die Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Thüringen, Gundula Bettenhausen.

Verhandlungen in anderen Bundesländern

Gleichzeitig laufen Tarifverhandlungen im Nahverkehr auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dort verfolgt Verdi ähnliche Ziele, unter anderem die Einführung der 35-Stunden-Woche. Die Tarifverträge werden jedoch in allen drei Ländern getrennt verhandelt, die Forderungen unterscheiden sich daher in einzelnen Punkten.

HASHTAG


#Verdi

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.