Österreichischer Busfachverband tagt in Wels

28.01.2010 12:11 Uhr
Österreichischer Busfachverband tagt in Wels
v.l.: Komm.Rat Karl Molzer (Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Autobusunternehmungen), Christa Kummer ( Moderatorin), Komm.Rat Renate Römer (Vizepräsidentin WKÖ), Werner Ryffel (Präsident der Car Tourisme Suisse), Mag. Dr. August Reschreiter (Kabinettschef im BM f. Verkehr & Infrastruktur), Wolfgang Steinbrück (Präsident des BDO), Mag. Paul Blachnik (Geschäftsführer des WKÖ-Fachverbandes der Autobusunternehmungen)
© Foto: WKÖ

Die Leistungskraft des Busses wird von der europäischen Verkehrspolitik unterschätzt. Mit gezieltem politischen Lobbying auf internationaler Ebene und effektiver Aufklärungsarbeit wollen sich Österreichs Busunternehmer dagegen zu Wehr setzen. Das werde auch gelingen, zeigte sich die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich WKÖ, Renate Römer, bei der Eröffnung der 11. Bundestagung der Busunternehmer in Wels zuversichtlich.

So untermauere eine aktuelle Statistik, dass die Unfallwahrscheinlichkeit im Pkw 100 mal und sogar im Fußgängerverkehr 30 mal höher ist als im Bus, so der Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Autobusse, Karl Molzer: "Trotzdem erzeugt die Vorgangsweise in der Politik oft den Eindruck, dass das Bewusstsein, wie sicher, effizient, und umweltfreundlich Busse wirklich sind, völlig fehlt." Dagegen aufzutreten, habe nichts mit gekränkter Eitelkeit, sondern mit dem wirtschaftlichen Überleben einer Branche in Europa zu tun. "Wenn der Autobus – nur weil es sich um ein Schwerfahrzeug handelt – von der Verkehrspolitik gleich wie ein Lkw behandelt wird, wirkt sich das gravierend auf unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus“, so Molzer. Gewichtslimits, Lenk- und Ruhezeitenbestimmungen sowie die Tarifgestaltung beim Road-Pricing seien davon betroffen. Diese Argumente fielen bei August Reschreiter, Kabinettschef von Verkehrsministerin Doris Bures auf fruchtbaren Boden. In seinem Impulsreferat für die Bundesfachtagung in Wels kündigte er an, dass Österreich sich nach Abschluss der Verhandlungen zur neuen europäischen Wegekostenrichtlinie für eine differenzierte Behandlung von Lkw und Bussen bei der Bemautung in Österreich einsetzen werde. Reschreiter lobte außerdem die gute internationale Vernetzung des österreichischen Busverbandes, die zum bisher größten gemeinsamen Erfolg – der Wiedereinführung der Zwölf-Tage-Regelung – führte. Dieser Erfolg war für die ebenfalls in Wels anwesenden Präsidenten des deutschen Busverbandes Wolfgang Steinbrück und seinen Schweizer Kollegen Werner Ryffel von Car Tourisme Suisse überlebensnotwendig für die Branche. Steinbrück: "Vor allem die Klein- und Mittelbetriebe, die Eckpfeiler der Buswirtschaft, hätten das nicht überlebt."

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