Personalbedarf bei Bus und Bahn: 30.000 Neueinstellungen bis 2020

27.09.2013 13:16 Uhr

Bis zum Jahr 2020 planen die deutschen Nahverkehrsunternehmen rund 30.000 Neueinstellungen, so das zentrale Ergebnis des neuen Gutachtens „Arbeitsmarkt Öffentlicher Verkehrsunternehmen“.

Erste Ergebnisse des Gutachtens wurden am 27. September 2013 vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG im Rahmen des 6. VDV-Personalkongresses in Hannover vorgestellt. Besonders hoch ist der Bedarf an qualifiziertem Personal im Fahrdienst: Laut Gutachten, an dem sich 140 Unternehmen aus ganz Deutschland beteiligten, werden in den kommenden sieben Jahren rund 15.000 Bus- und Bahnfahrer beziehungsweise Triebfahrzeugführer gesucht. Grund dafür ist neben der wachsende Nachfrage auch der demografische Wandel. „Über die jährlich steigenden Fahrgastzahlen freuen wir uns natürlich. Aber das stellt die Unternehmen auch vor immer größere personelle Probleme, weil wir dringend zusätzliches qualifiziertes Fahrpersonal benötigen. Außerdem erhöht auch der demografische Wandel den Personalbedarf: In fast allen Bus- und Bahnunternehmen liegt der Altersdurchschnitt der Fahrer bei weit über 40 Jahren“, sagt Gisbert Schlotzhauer, Vorsitzender des VDV-Personalausschusses und Vorstand der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA).

Die üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG wird bis 2020 rund 490 Mitarbeiter neu einstellen, davon 375 im Fahrdienst. 160 Mitarbeiter wird die üstra selber ausbilden und anschließend übernehmen, 330 Mitarbeiter wird sie extern einstellen. „Die üstra positioniert sich damit als attraktive Arbeitgeberin in der Region Hannover, insbesondere für junge Menschen, die eine interessante und zukunftsfähige Ausbildung mit einer anschließenden sicheren Beschäftigung verbinden wollen“, sagt dazu Wilhelm Lindenberg, Vorstand Betrieb und Personal der üstra.

Das VDV-Gutachten macht deutlich, wie groß der Bedarf an neu zu besetzenden Stellen ist: 40 Prozent der heute in den Verkehrsunternehmen Beschäftigten gehen bis zum Jahr 2027 in den Ruhestand. „Wir müssen also in den kommenden Jahren fast die Hälfte unserer Belegschaft aus Altersgründen ersetzen“, so Schlotzhauer. Der VDV und seine Mitglieder planen deshalb verschiedene Maßnahmen, um die Branche noch attraktiver für potenzielle Arbeitnehmer zu machen. Vor allem junge Menschen sollen frühzeitig von den Vorteilen eines Jobs im Öffentlichen Verkehr überzeugt werden: „Ein Arbeitsplatz in unserer Branche ist überdurchschnittlich sicher und meistens regional verankert. Wir sind von Konjunkturschwankungen weit weniger betroffen als andere Wirtschaftsbereiche und bieten vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote und die Übernahmequote bei Auszubildenden liegt bei 70 Prozent“, sagt Schlotzhauer. Es sei wichtig, diese Vorteile weiter auszubauen und vor allem offensiv damit auf dem Arbeitsmarkt zu werben. (ah)

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