Reisen hat für die Menschen in Deutschland einen ungebrochen hohen Stellenwert. Was die eigene Absicherung anbelangt, starten jedoch viele Reisende mit einem „trügerischen Gefühl von Sicherheit in den Urlaub – und unterschätzen massiv die finanziellen Folgen, die entstehen können, wenn sie im Urlaub medizinische Unterstützung benötigen“, erklärt die HanseMerkur.
Laut der Reisestudie „Hand in Hand on Tour“, die von YouGov im Auftrag der HanseMerkur erhoben wurde, vertrauen 43 Prozent der Befragten darauf, dass ihnen im Urlaub „schon nichts passieren wird“. Am stärksten zeigt sich diese Zuversicht bei den 18- bis 24‑Jährigen: Fast sechs von zehn aus dieser Altersgruppe (59 Prozent) teilen diese Haltung. Auffällig ist jedoch, dass selbst unter denjenigen, die im Urlaub kaum Risiken erwarten, 39 Prozent Reisen heute als unsicherer empfinden als früher. Als Gründe nennen diese Befragten vor allem geopolitische Konflikte und eine angespannte Sicherheitslage, die bei knapp zwei Dritteln (64 Prozent) die Vorfreude auf Reisen mindern.
Viele Menschen planen eine Urlaubsreise
Dennoch haben mehr als drei Viertel der Menschen hierzulande für 2026 mindestens eine Reise geplant oder schon durchgeführt. In der Gesamtbevölkerung möchte sich mehr als jeder Dritte (34 Prozent) die Reiselust durch Risiken und Sorgen nicht verderben lassen. Insgesamt hat Reisen für die Menschen in Deutschland nach wie vor einen hohen Stellenwert – für mehr als die Hälfte (56 Prozent) ist Urlaub als Erholung vom stressigen Alltag wichtiger denn je.
Kosten bei Krankheiten im Ausland
Bei den medizinischen Kosten für alltägliche Erkrankungen im Ausland zeigt sich, wie weit Vorstellungen und Realität auseinanderliegen: Die Behandlung einer Atemwegserkrankung, beispielsweise in Ägypten, wird im Schnitt auf 200 Euro (Median) geschätzt, während die durchschnittlichen Kosten mehr als das Siebenfache der angenommenen Summe betragen können. Auch bei den Kosten für einen medizinischen Rücktransport per Ambulanzflug von Spanien nach Deutschland gehen viele von deutlich geringeren Beträgen aus: Vier von zehn Befragten (42 Prozent) schätzen die Kosten auf unter 5000 Euro. Tatsächlich liegen diese im Schnitt fast fünfmal so hoch.
Wissenslücken beim Thema Auslandskrankenversicherung
„Reisen steht weiterhin hoch im Kurs“, erklärt Katrin Rieger, Bereichsdirektorin Reisevertrieb Deutschland der HanseMerkur. „Vielen Reisenden ist nicht bewusst, welche Summen im Ausland selbst bei vermeintlich harmlosen Erkrankungen entstehen können. Deshalb kann ich nur jede und jeden ermutigen, sich frühzeitig mit der eigenen Absicherung auseinanderzusetzen.“
Nur jeder Dritte (33 Prozent) weiß, dass auch für Reisen innerhalb Europas eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung notwendig ist, um ausreichend abgesichert zu sein. In Bezug auf medizinische Rücktransporte herrscht ebenfalls große Unsicherheit: 21 Prozent glauben fälschlicherweise, die gesetzliche Krankenversicherung übernehme im Notfall die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland, weitere 41 Prozent hatten schlichtweg keine Vorstellung.
Fragen zum Rücktransport
Auch geht etwa jeder Vierte (26 Prozent) davon aus, ein medizinischer Rücktransport nach Deutschland sei in Reiseversicherungen immer abgedeckt. Tatsächlich gehört diese Leistung in vielen Tarifen zum Standard – die konkreten Bedingungen können sich laut HanseMerkur jedoch unterscheiden, etwa bei der Frage, ob ein Rücktransport nur bei medizinischer Notwendigkeit übernommen wird oder auch dann, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Umso wichtiger ist es, die eigenen Versicherungsleistungen zu kennen: 31 Prozent der Befragten fühlen sich gut abgesichert, auch wenn sie nicht genau wissen, welche Leistungen ihre Versicherung tatsächlich umfasst.