Seit 2012 gibt es in den Postautos Gratis-WLAN, das Verkehrsunternehmen war damals das erste große ÖV-Unternehmen der Schweiz, das den Fahrgästen diesen Service anbot. Inzwischen besitzen die Fahrgäste größtenteils und zunehmend Flatrate-Mobilfunkabos. Auch die meisten Besucher aus dem Ausland würden vor ihrer Anreise in die Schweiz Roaming-Pakete für den Datentransfer beschaffen, so Postauto. Daher sinken die Nutzerzahlen laufend, in den letzten fünf Jahren haben sie sich laut Unternehmensangaben halbiert. Derzeit würden nur noch knapp fünf Prozent der Postauto-Fahrgäste das Gratis-Wlan nutzen.
Geänderte Finanzierung in der Schweiz
Das Wlan in Postautos kam auch für die Tablets der Fahrerinnen und Fahrer zum Einsatz: Via Tablets werden die betrieblichen Abläufe kommuniziert. Diese elektronischen Geräte laufen laut Postauto neu direkt über das Mobilfunknetz, dadurch wird das Wlan in den Fahrzeugen aus betrieblicher Sicht überflüssig. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die Kantone haben das Wlan im regionalen Personenverkehr (RPV) bisher finanziert, weil es für den Betrieb notwendig war. Wlan als reine Fahrgast-Dienstleistung werde hingegen nicht mitgetragen, daher müsste Postauto für die Kosten neu vollumfänglich selbst aufkommen.
Neue Busse bereits ohne Wlan-Infrastruktur
Dieser Aufwand von „mehreren hunderttausend Franken jährlich steht im Missverhältnis zum Bedarf“, so das Verkehrsunternehmen. Der Druck auf die ÖV-Kosten steige, weshalb man beschlossen habe, den „Wlan-Service ab 2027 nicht mehr anzubieten“, erklärte Postauto. „Doch trotz der stark sinkenden Nutzerzahlen, ist Postauto der Entscheid nicht leichtgefallen“, betont das Unternehmen. Neue Fahrzeuge sind bereits ohne Wlan-Infrastruktur unterwegs. Bis Ende 2026 soll das Gratis-Wlan jedoch im größten Teil der Fahrzeugflotte noch vollumfänglich verfügbar sein.