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Menschenrechte im Tourismus: Uneigennütziges Engagement?

Menschenrechte im Tourismus - klingt gut. Aber braucht es für das Bewusstsein dafür wirklich "Initiativen"? Braucht es "Philathropen", die darauf achten, dass sich Reiseveranstalter an Werte halten, die eigentlich selbstverständlich sind? Oder braucht es dafür, dass es Menschen gut geht, nur andere Menschen und Unternehmen, denen es - insbesondere wirtschaftlich - gut genug geht, um teilen zu können? 
© Foto: iStock/wundervisuals

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember hat die Initiative „Roundtable Human Rights in Tourism“ die Bedeutung von Menschenrechten im Tourismus hervorgehoben.


Datum:
12.12.2022
Autor:
Judith Böhnke
Lesezeit:
3 min
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Die Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette zu achten, sei Verantwortung aller Unternehmen, die an Tourismus partizipierten, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Achtung der Menschenrechte spiegele sich u.a. in der Zahlung existenzsichernder Einkommen wider, dem Schutz von Kindern vor Ausbeutung und dem schonenden Umgang mit lokalen Ressourcen wie Wasser, Energie und Land. Die Ressourcen zu respektieren, erhöhe gleichzeitig den langfristigen und nachhaltigen Erfolg von Unternehmen.

Mit dem Roundtable versucht sich eine weitere Nichtregierungsorganisation darin, wirtschaftlich Einfluss zu gewinnen. „Mit Blick auf die kleinteilige und oft internationale touristische Lieferkette brauche es ein sektorspezifisches Netzwerk wie den Roundtable Human Rights in Tourism“, wird in der Pressemitteilung betont. Denn: die kleinteilige, oft internationale Lieferkette „berge zahlreiche Risiken für Rechteinhaber“ heißt es weiter. Wer die „Rechteinhaber“ sind, wird nicht verlautbart. Allerdings besteht die Initiative Roundtable Human Rights in Tourism ausgerechnet in „Multi-Stakeholdern“ – und „Stakeholder“ sind Gruppen, die „berechtigte Interessenten“ haben. "Stakeholder" ist also nur ein anderes Wort für „Rechteinhaber“, je nach dem, wie man die Begrifflichkeiten definiert. Ganz uneigennützig scheint das Engagement der Initiative für die „Menschenrechte“ also wohl nicht zu sein. 

Seit dem 1. November sind unter den 35 Mitgliedern aus sechs Ländern auch die Non-Profit Plattform „give & grow“ sowie die Ludwig-Maximilians-Universität mit ihrem Department für Geografie, ebenso wie ab 1. Januar 2023 die DER Tourisitik Group, die zugleich größtes Mitglied wird. „Tourismus ist ein people’s business“, so Tony Reyhanloo, Corporate Responsibility Manager bei DER Touristik. „Als Branche müssen wir gemeinsam an Lösungen arbeiten. Aus diesem Grund lade ich alle Unternehmen und Organisationen ein, unsere Kräfte zu bündeln – gemeinsam sind wir stark!“

„Für die nächsten zehn Jahre möchten wir weitere Mitglieder aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft begrüßen, um die Reichweite unserer Aktivitäten und vor allem die Wirkung in den Destinationen und für die Menschen vor Ort zu erhöhen. Nur wo Unternehmen Menschenrechte achten, kann der Tourismus einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten“, meint Antje Monshausen von Tourism Watch bei Brot für die Welt und Vorsitzende des Roundtable. Eine etwas leere Binsenweisheit, möchte man meinen, zumal eine, die durchaus ein bisschen bitter schmeckt und unfair anmutet. Als hätten die Touristiker bislang die Menschenrechte mit Füßen getreten. Tatsächlich haben sie das nicht. Vielleicht haben sie nur nicht daran gedacht, sich als Philanthropen zu stilisieren.

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