Sowohl die Verbände der Tourismuswirtschaft, wie etwa der DRV und der BTW, als auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) hatten ausgesprochen positiv auf die Nationale Tourismusstrategie der Bundesregierung reagiert. Scharf fällt allerdings die Kritik von Verdi aus. Die Bundesregierung setze „auf die Abschaffung des 8-Stunden-Tages, die Flexibilisierung der Arbeitszeit und die Förderung von Mehrarbeit als wesentliche Hebel, um die deutsche Tourismuswirtschaft zu stärken“, so die Gewerkschaft Verdi. Das Ziel „motivierte und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ zu gewinnen und langfristig zu binden, würden die geplanten Maßnahmen jedoch verfehlen, so die zuständige Verdi-Bundesfachgruppenleiterin Sonja Austermühle. „Ausgelernte Tourismuskaufmänner und -frauen selbst mit langjähriger Berufserfahrung beziehen oftmals Gehälter, die lediglich die Altersarmut garantieren. Und schon jetzt werden ihnen unattraktive Arbeitszeiten bis in die späten Abendstunden abverlangt.“ Statt die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten dieser Branche immer weiter zu verschlechtern, brauche es gesicherte Einkommensverhältnisse und eine gute Lebensqualität, so Austermühle.
Mittelständische Strukturen stärken
Bei ihrer Strategie setzt die Bundesregierung nach eigener Aussage auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, um den Unternehmen eine erfolgreiche Zukunftsperspektive zu bieten – vom Gastgewerbe über die Reisewirtschaft bis hin zur Mobilitäts- und Freizeitwirtschaft. Dabei sei es ein zentrales Anliegen, gerade die von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägten Strukturen in der Branche zu stärken und zu erhalten“, denn sie seien ein wesentliches Element für die Attraktivität des Tourismusstandortes Deutschland. Dies will die Bundesregierung durch ein umfassendes Maßnahmenbündel erreichen – von „Bürokratieabbau und steuerlichen Entlastungen über die Stärkung der Anbindung des Reiselands Deutschland, einer effizienten Digitalisierung und Nutzung von KI in der Branche bis hin zu einem Rechtsrahmen, der noch flexiblere Arbeitszeitmodelle“ ermögliche. Auf den Großteil dieser Punkte ging Verdi bei der Kritik allerdings nicht ein.