„Dunkel ins Licht bringen“ hinterfragt die Rolle dieses Begriffspaares im Spätwerk des amerikanischen Künstlers und präsentiert auf 600 Quadratmetern Werke aus bedeutenden Schweizer Sammlungen. So werden Werke aus der Sammlung Beyeler sowohl durch Arbeiten aus der Daros Collection (Zürich), als auch aus der Sammlung Bischofberger (Zürich) und durch eine weitere Leihgabe aus einer Schweizer Privatsammlung bereichert. Die beiden internationalen Leihgaben des Andy Warhol Museums (USA), der Film Empire (1964) und die Rauminstallation Silver Clouds (1966) runden diese Vereinigung von Sammlungswerken ab.
Anhand dieser Gruppe von elektrisierenden Warhol-Werken kann das Hell-/Dunkel-Konzept der Ausstellung verdeutlicht werden, wobei dieses zusätzlich durch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse in den drei Ausstellungsräumen unterstrichen wird. Damit wird deutlich, wie Andy Warhols Schaffen nicht nur auf der Oberfläche, sondern auch inhaltlich immer dunklere Züge annimmt. Besonders anschaulich lässt sich dies in den beiden grossformatigen Werken Sixtythree White Mona Lisas (1979) und Big Electric Chair Painting (1980) erkennen, die einen mit ihren je rund elf Metern Länge in ihren Bann ziehen und zur Werkgruppe der „Retrospectives and Reversals“ zählen.
Der Serie „Retrospectives and Reversals“ lag die Idee zugrunde, die wichtigsten Details aus zehn der berühmtesten Werke Warhols in einzelnen Werken zu vereinen. Hierbei fügte der Künstler die Ausschnitte aus dieser Art „Top Ten“ seiner wichtigsten Arbeiten wieder zu neuen Bildern zusammen und verfremdete ihr Erscheinen durch Invertieren (Farb-Umkehrung). Auch die Verwendung von Licht und Schatten gewinnt in dieser Serie an Bedeutung; untersuchte Warhol doch zuvor sowohl das „versteckte“ Licht von Edelsteinen in seiner Serie „Gems“ (Edelsteine) als auch die dunkle Leuchtkraft von Negativen in seiner Serie „Shadows“ (Schatten). Diese Erkenntnisse liess Warhol in den „Retrospectives and Reversals“ einfliessen, die nun im Fokus dieser Ausstellung stehen und aufzeigen, welch melancholische Richtung sein Werk in dieser Periode annimmt.
Die Ausstellung Andy Warhol ist Teil der Sammlungspräsentation und in den Sälen 20-22 des Souterrains sowie im Wintergarten der Fondation Beyeler zu sehen. Mehr Infos unter http://www.fondationbeyeler.ch. (ah)