Studie zu nachhaltigem Reisen: Ältere handeln konsequenter als Jüngere

08.06.2026 10:18 Uhr | Lesezeit: 1 min
Kleine Reisegruppe mit Koffern in Paris im Herbst
42 Prozent der Deutschen planen Reisen außerhalb der Hauptsaison, so eine aktuelle Studie. Gründe sind gemäßigtere Temperaturen und weniger Menschenmassen
© Foto: Imgorthand/iStock/Getty Images

Eine deutliche Mehrheit der deutschen Reisenden möchte nachhaltiger reisen. Doch während vor allem Jüngere entsprechende Absichten äußern, setzen ältere Generationen diese deutlich konsequenter im Reisealltag um – mit Folgen für Angebotsgestaltung und Saisonsteuerung im Tourismussektor.

Die Kluft zwischen Anspruch und Verhalten beim nachhaltigen Reisen bleibt groß. 83 Prozent der deutschen Reisenden gaben laut einer aktuellen Untersuchung von Booking.com an, nachhaltiger unterwegs sein zu wollen. Während Generation Z (73 Prozent) und Millennials (71 Prozent) die höchsten Nachhaltigkeitsabsichten formulieren, liegt der Anteil bei den Babyboomern mit 40 Prozent deutlich niedriger. Für die repräsentative Umfrage wurden 32.500 Reisende in 35 Ländern befragt.

Im konkreten Reiseverhalten zeigt sich jedoch ein gegenteiliger Trend: 51 Prozent der Babyboomer recyceln im Urlaub, gegenüber 34 Prozent der Gen Z und 29 Prozent der Millennials. Auch beim Konsum regionaler Produkte liegen die Älteren vorn. 

Extremwetter wird zum Buchungsfaktor, mehr Bewusstsein für Overtourism

Ein weiterer zentraler Trend betrifft die wachsende Bedeutung von Klimarisiken. So berücksichtigen 63 Prozent der deutschen Reisenden Extremwetter bei der Zielwahl und 64 Prozent beim Reisezeitpunkt.
Zudem berichten 29 Prozent, ihre Reisepläne aufgrund von Naturereignissen bereits geändert oder storniert zu haben. Gleichzeitig meiden viele Reisende gezielt Destinationen mit entsprechenden Risiken und streichen einzelne Ziele ganz von der Wunschliste.

Die veränderten Rahmenbedingungen wirken sich unmittelbar auf das Buchungsverhalten aus. 43 Prozent der Deutschen möchten überfüllte Destinationen meiden, 42 Prozent planen Reisen außerhalb der Hauptsaison. Zudem suchen 18 Prozent gezielt nach Alternativen zu hitzegeprägten Reisezielen.

Hinter vielen dieser Entscheidungen steht ein wachsendes Bewusstsein für Overtourism: Ein signifikanter Teil der Reisenden möchte aktiv zur Entlastung stark frequentierter Regionen beitragen.

Nachhaltigkeitsaspekte – von regionaler Wertschöpfung über Mobilitätsangebote bis hin zur Saisonsteuerung – könnten dieser Studie zufolge also zu wichtigen Wettbewerbsfaktoren der Reiseveranstalter werden. Wetterresiliente Reiseziele, flexible Terminmodelle und transparente Kommunikation könnten danach bei der Reiseplanung zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen.

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.