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Der Volvo 9700 im Supertest: Volvo-typisch

Der Volvo 9700 ist ein Siegertyp. Souverän konnte er sich beim Coach Euro Test 2007 gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Nun muss er im harten Test der OMNIBUSREVUE zeigen, dass er den Preis verdient hat.


Datum:
04.12.2007
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Eigentlich ist der Volvo 9700 ein alter Bekannter, schließlich rollt er in dieser Bezeichnung schon einige Jahre über unsere Straßen. Den großen Durchbruch hat er hierzulande allerdings noch nicht verbuchen können. Ob das mit der Neuauflage dieses Klassikers gelingen wird, muss die Zeit zeigen, das Potenzial jedenfalls ist vorhanden. Nicht ohne Grund wurde dem Volvo 9700 auf der Busworld in Kortrijk vor wenigen Tagen die Trophäe des „Coach of the Year 2008“ verliehen, in dessen Jury auch die OMNIBUSREVUE als Vertreter Deutschlands sitzt. Deutlich wurde im direkten Wettkampf mit den anderen Kandidaten, dass der Volvo evolutionären Busbau wie kaum ein anderer verkörpert. Bewährte Komponenten wurden beibehalten und perfektioniert, andere, wie beispielsweise die Sicherheitstechnik, kamen hinzu, und das in einer erfreulichen Ausgereiftheit.

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Jede Menge Sicherheit an Bord

Doch der Reihe nach. Äußerlich kommt der 9700 geradlinig ohne viele Schnörkel und Rundungen daher. Lediglich das Volvo-typische Stilelement der nach vorn herausgearbeiteten Front spricht die unverwechselbare Sprache aller neuen Volvos. Die Fensterflächen der Seitenscheiben erstrecken sich geradlinig nach hinten, lediglich ein optischer Schwung spannt den Bogen von den Scheinwerfern nach hinten. Hinter den geraden Seitenscheiben verbirgt sich jedoch Altbekanntes: Nämlich der nach hinten ansteigende Boden des Fahrgastraumes. Dieser wurde in ähnlicher Form vom 9900 übernommen. Erstaunlicherweise funktioniert dieses Konzept, auch wenn der Innenraum etwas weniger hoch ist und die Fensterlinie sich nicht der Theaterbestuhlung anpasst. Das Ambiente im Inneren wirkt solide verarbeitet, nirgends sind unschöne Spalten oder Kanten zu sehen. Zwar wird auch im Volvo 9700 mittlerweile viel mit Kunststoff gearbeitet, doch in Verbindung mit geschickt aufgezogenen Stoffen hält sich das „kalte“ Plastik dezent zurück. Ausgezeichnet sind die Klappen vor den Gepäckablagen, die dank Gasdruckstoßdämpfern leicht zu betätigen sind und auch während stürmischer Fahrt keine Geräusche von sich geben, ein klarer Punkt in Sachen Sicherheit. Hier hat der Volvo 9700 ohnehin mächtig zugelegt. Vorbei die Zeiten, als ESP und all die schönen Zugaben wie Abstandsregeltempomat oder Spurassistent den namhaften deutschen Herstellern vorbehalten waren. Der 9700 kann es auch und legt noch eines drauf. So besitzt der Bus einen Frontaufprallschutz und einen Knieaufprallschutz. Der Frontaufprallschutz absorbiert und verteilt Aufprallkräfte bei einem Frontalzusammenstoß, während der Knieschutz aus einer Knautschzone auf Kniehöhe hinter dem Armaturenbrett besteht. Diese Zone kann sich sanft und kontrolliert verformen. Ähnliches hat übrigens zur Busworld auch Setra in seiner TopClass vorgestellt. Ebenfalls neu ist FUPS, das so genannte Front Underrun Protection System, ein Unterfahrschutz beim Zusammenstoß mit Pkw. Von all diesen Systemen profitieren sowohl Fahrer als auch Fahrgäste.

Sauber Schalten

Deutlich aufgewertet wurde das automatisierte Getriebe I-Shift, das sich nun in der zweiten Generation präsentiert. Nie war es einfacher und intuitiver möglich, sich mit dieser Art Getriebe auseinanderzusetzen. Zur Steuerung der Schaltung stehen vier Software-Pakete bereit, mit denen der Bus den eigenen Einsatzgepflogenheiten Rechnung tragen kann. Mitgedacht wurde auch bei Kleinigkeiten wie dem nach oben verschwenkbaren I-Shift-Griff zum einfachen Ein- und Aussteigen des Fahrers. Die Instrumentierung des 9700 lässt nur kleine Wünsche offen, so hat man es geschafft, den Fahrerarbeitsplatz so eng wie möglich um das Lenkrad herumzugestalten. Allerdings wirken die vielen, meist lose angeordneten Schalter etwas unaufgeräumt.

Mit Dynafleet zum Ziel

Fahren lässt sich der Bus fast wie ein Pkw. Durch den sehr steifen Rahmen bleibt der 9700 auch in schnellen Kurven wankstabil und neigt nicht zum Aufschaukeln. Beim Testbus kam noch die ausgesprochen üppige Motorisierung zur Geltung, die Kraftreserven im Überfluss bereitstellte. Allerdings dürften auch die übrigen Motoren ihre Berechtigung haben, dank der neuen Motorsteuerung wird stets die angeforderte Leistung bereitgestellt. Die Euro-4-Abgasnorm erreicht Volvo mit Hilfe der SCR-Technologie, benötigt also AdBlue. Bei Tempo 100 wirkte der Volvo im Heck ein wenig laut, hier dürfte sich aber mit entsprechender Dämmung noch das eine oder andere Dezibel Lautstärke eliminieren lassen. Innovativ zeigt sich der 9700 auch beim optional zu ordernden Fahrzeug- und Transportkontrollsystem Dynafleet. Das System liefert Informationen über den genauen Standort des Fahrzeuges, den Kraftstoffverbrauch, geplante Routen, Lenkzeiten, Wartungsintervalle. Die Funktion „Geofencing“ informiert darüber hinaus das Büro, weicht der Bus von der geplanten Route ab. Zusätzlich lassen sich Laptops oder PDAs an das System anschließen.

Eine gute Entscheidung

Insgesamt ist der Bus ein vollwertiger Reisebus, der sowohl technisch auf der Höhe der Zeit ist, als auch im wirtschaftlichen Bereich ganz vorn mitmischt. Lange Wartungsintervalle und serviceoptimierte Baugruppen sprechen eine deutliche Sprache. Immerhin 50 Fahrgäste fasst der 13-m-Bus in der Vier-Sterne Variante, wenn WC und Küche verbaut wurden. Verzichtet man darauf und bestuhlt im Zwei-Sterne-Abstand, kommt man auf beachtliche 61 Sitzplätze. Doch wer würde das bei einem Volvo 9700 schon ernsthaft wollen.
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