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Krampfadern – von Märchen und Wahrheiten

Von Krampfadern ist Schätzungen zufolge auch jeder fünfte Mann betroffen
© Foto: Roth/picture alliance

Krampfadern sind eine Volkskrankheit. Doch manche Annahmen zu den defekten Venen treffen nicht zu. Die sechs häufigsten Mythen hat die Deutsche Venen- Liga aufgedeckt.


Datum:
03.05.2022
Autor:
Mireille Pruvost
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In defekten Venen verbleibt das Blut, statt weiter Richtung Herz transportiert zu werden. Als Folge verändert die Beinvene ihre Form. Sie ist dann oft als erhabene, geschlängelte und knotig erweiterte Krampfader sicht- und tastbar.


Mythos 1: Krampfadern sind zwar unschön, aber nur eine optische Sache
Das stimmt leider nicht, denn Krampfadern sind eine Erkrankung, die ernst genommen werden sollte. Teilweise sorgen Krampfadern selbst für Beschwerden: So können defekte Venen zum Beispiel zu schweren, geschwollenen Beinen führen. Spannungsschmerzen und Juckreiz können auftreten. Die Haut an der betroffenen Stelle kann sich verändern, sogar ein "offenes Bein" – eine schlecht heilende Wunde – kann die Folge sein. Das Risiko für eine schmerzhafte Venenentzündung und für die Bildung einer Blutgerinsels (Thrombose) sind dann erhöht. Löst sich das Blutgerinnsel und wandert es Richtung Lunge, kann es dort sogar eine potenziell tödliche Lungenembolie auslösen.


Mythos 2: Krampfadern haben nur Frauen
Auch das ist weit gefehlt: Schätzungen zufolge hat jeder fünfte Mann Krampfadern. Männer mit defekten Venen suchen allerdings seltener als Frauen einen Arzt auf. Ihr Risiko, Folgeerkrankungen zu entwickeln, steigt deshalb.


Mythos 3: Im Sommer sollten Krampfadern nicht behandelt werden
Auch das stimmt nicht. Defekte Venen machen bei Wärme grundsätzlich mehr Beschwerden. Das liegt daran, dass sich die Venen bei steigenden Temperaturen weiten – und sich die Venenklappen als Folge noch schlechter schließen können. Deshalb schwellen Beine und Knöchelregionen zum Beispiel im Sommer schneller an als im Winter. Generell eignen sich auch die Sommermonate, um ein Venenleiden zu behandeln. Welches Behandlungsverfahren und welcher Behandlungszeitpunkt im individuellen Falloptimal sind, lässt sich im Gespräch mit einem Venenspezialisten klären.


Mythos 4: Kompressionsstrümpfe sind unmodern
Mit den oft zitierten „Gummistrümpfen von Oma“ haben Kompressionsstrümpfe längst nichts mehr gemeinsam. Im Gegenteil: Wer eine Verordnung über Kompression vom Venenspezialisten erhält, bekommt individuell angepasste Hightech-Ware. Kompressionsstrümpfe verfügen über einen definierten Druckverlauf und unterstützen so die Arbeit der Venen. Längst gibt es sie in verschiedenen Formen und Farben. Wer sie trägt, merkt schnell, dass sie den Beinen gut tun - sie fühlen sich zum Beispiel nicht mehr so schnell müde an. Auch Sportler nutzen die positiven Effekte der Kompression.


Mythos 5: Wer seine Krampfadern behandeln lässt, muss mit langen Ausfallzeiten rechnen
Grade operiert, und kurz darauf wieder hinterm Lenkrad – das ist mit modernen Behandlungsmethoden möglich. Wie schnell man wieder arbeiten kann, hängt im individuellen Fall sowohl von der Behandlungsmethode als auch vom ausgeübten Beruf ab. Währendes nach einer Lasertherapie oft nach zwei bis drei Tagen wieder möglich ist zu arbeiten, dauert es beim Stripping, dem Herausziehen der Krampfadern, etwas länger. Dieses ist bei größeren Befunden die Methode der Wahl. Hier dauert es etwa eine Woche, bis man wieder einsetzbar ist. Bei körperlich anstrengender Arbeit oder bei überwiegend stehender Tätigkeit kann man bis zu zwei Wochen nicht arbeiten.


Mythos 6: Krampfadern kommen wieder – eine Behandlung lohnt sich also nicht
Das ist gleich aus doppelter Hinsicht falsch, denn Krampfadern sollten behandelt werden, um schwerwiegende Folgeerkrankungen zu vermeiden. Bildet sich später wieder eine Krampfader, handelt es sich hierbei oft um eine Neubildung. Denn viele Venenpatienten haben generell ein höheres Risiko, Krampfadern zu entwickeln – zum Beispiel aufgrund einer geerbten Bindegewebsschwäche.
Wer seine defekte Vene von einem erfahrenen Venenspezialisten behandeln lässt, minimiert so sein sogenanntes Rezidiv-Risiko, also das Risiko, dass die behandelte Krampfader doch wieder auftritt, betont die Deutschen Venen-Liga. 

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