75 Jahre RDA: Jubiläum zwischen Gipfeln und Zukunftsfragen

26.10.2026 20:09 Uhr | Lesezeit: 3 min
75 Jahre RDA: Jubiläum zwischen Gipfeln und Zukunftsfragen Bildergalerie
Nur eines von vielen Highlights: Die Bergiselschanze in Innsbruck
©Foto: OMNIBUSREVUE/Mireille Pruvost

Die diesjährige Jahrestagung des RDA war eine besondere: Der internationale Bustouristikverband feierte sein 75-jähriges Bestehen in Tirol und ergänzte das übliche Tagungs- und Ausflugsprogramm um einen zusätzlichen Jubiläumstag. Der führte die Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Höhepunkt.

Die Mischung aus Tagung und Ausflugsprogramm macht die Attraktivität der RDA-Jahrestagungen aus. Imst in Tirol bot dafür in diesem Jahr mit der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle und dem Hotel Hirschen als Dreh- und Angelpunkt beste Bedingungen für die Jubiläumstagung. Auch Hotelier Hannes Staggl trug mit seiner gelebten Gastfreundschaft dazu bei, dass sich die rund 200 Tagungsgäste vor Ort rund um die Uhr wohlfühlten. 


75 Jahre RDA: So war die Jubiläumstagung in Tirol

Gruppenbild RDA Jahrestagung 2026 Bildergalerie

Tagen, wo Gruppenreisende Urlaub machen

Die Reiseveranstalter und Dienstleister der Bus- und Gruppentouristik tagten vom 21. bis 25. Oktober dort, wo ihre Gäste Urlaub machen, und konnten dabei eigene Eindrücke auffrischen oder Ausflugsziele neu kennenlernen. In den Swarovski Kristallwelten zeigte sich etwa, dass rund die Hälfte der Tagungsgäste zuvor noch nicht dort gewesen war. Andere Teilnehmer kannten die Erlebniswelt in Wattens bereits, hatten sie aber seit Jahren nicht mehr besucht. 

Auch die Bergiselschanze in Innsbruck stand für einige auf dem Programm, während die restlichen Teilenehmer das Panorama-Museum besuchten. Die von Zaha Hadid entworfene Skisprungschanze ist ein Wahrzeichen der Stadt und bietet einen weiten Blick über Innsbruck und die Alpen. 

Am nächsten Tag führte das Programm nach Hoch-Imst. Die Imster Bergbahnen brachten die Teilnehmer gleich zwei Mal auf 1.500 Meter zur Untermarkter Alm (UAlm). Im eigenem Tempo ging es in der längsten alpinen Achterbahn der Welt, dem Alpine Coaster, wieder hinab. Hier zeigte sich, wer lieber mit angezogener Handbremse die Landschaft entlang der 3,5 Kilometer langen Piste genießen  oder sich dem uneingeschränkten Geschwindigkeitsrausch hingeben wollte. Ein zweites Mal hinauf ging es in der Gondel zum Hüttenabend auf der UAlm.

Skiweltcup und Gletscher auf über 3.200 Metern

Ein Höhepunkt auch im Wortsinn war das Skiweltcup-Opening der Frauen im Slalom am Rettenbachgletscher in Sölden auf 2.680 Metern Höhe sowie eine Fahrt auf den Tiefenbachgletscher auf über 3.200 Meter. Dieses zusätzliche Jubiläumsprogramm verlängerte die Tagung um einen Tag. 

Prof. Dr. Thomas Jäger
Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln, machte den Gruppentouristikern wenig Hoffnung, dass die Zeiten wieder besser werden. Dennoch könnte die weitere Entwicklung dazu führen, dass Reisen in Europa an Bedeutung gewinnen.
©Foto: OMNIBUSREVUE/Mireille Pruvost

Konferenzprogramm: Welche Faktoren über die Zukunft der Bustouristik entscheiden 

Bei der ausgebuchten Jahrestagung ging es jedoch nicht nur um touristische Inspirationen für künftige Reiseprogramme, sondern auch um die Zukunft der Bustouristik. Geopolitische Unsicherheit, stabile Reiselust und ein grundlegend verändertes Such- und Buchungsverhalten durch künstliche Intelligenz: Das Konferenzprogramm zeigte, wie unterschiedlich die Faktoren sind, auf die sich die Branche einstellen muss. 

Politikwissenschaftler Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln, machte deutlich, dass die vergleichsweise stabile internationale Ordnung der vergangenen Jahrzehnte nicht einfach zurückkommt. Auch der Dieselpreis wird seiner Einschätzung nach auf absehbare Zeit nicht sinken. Unternehmen müssten sich deshalb auf volatilere Rahmenbedingungen einstellen. 

Wenn er eine positive Einschätzung dabei hatten, dann diese: dass es sich für die Bustouristik könnte als Vorteil erweisen könnte, wenn Sicherheit bei Reiseentscheidungen wichtiger werden und Reiseausgaben verstärkt in Europa getätigt werden könnten.  

Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), sieht zudem erhebliches Nachfragepotenzial für Busreisen: 3,3 Millionen Reisen entfielen 2025 bereits auf den Bus. Die jüngste Reiseanalyse ermittelte ein Potenzial von elf Millionen Busreiseinteressierten bis 2028. Die Herausforderung für die Unternehmen besteht darin, dieses Interesse in tatsächliche Buchungen zu übersetzen. 

 

Benedikt Esser bei seiner Zeitreise zu 75 Jahren RDA
Eine "Busreise" durch 75 Jahre RDA unternahm Benedikt Esser. Von der Gründung 1951 als "Reisering" bis zum heute international aufgestellten Bustouristikverband veranschaulichte der RDA-Präsident, wie sich Verbandsarbeit und Bustouristik in diesem dreiviertel Jahrhundert verändert haben. Einen ausführlichen Nachbericht zur RDA-Jubliäumstagung lesen Sie in Heft 11-12/2026 der OMNIBUSREVUE. 
©Foto: OMNIBUSREVUE/Mireille Pruvost

HASHTAG


#RDA

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.