Die Mischung aus Tagung und Ausflugsprogramm macht die Attraktivität der RDA-Jahrestagungen aus. Imst in Tirol bot dafür in diesem Jahr mit der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle und dem Hotel Hirschen als Dreh- und Angelpunkt beste Bedingungen für die Jubiläumstagung. Auch Hotelier Hannes Staggl trug mit seiner gelebten Gastfreundschaft dazu bei, dass sich die rund 200 Tagungsgäste vor Ort rund um die Uhr wohlfühlten.
75 Jahre RDA: So war die Jubiläumstagung in Tirol
Tagen, wo Gruppenreisende Urlaub machen
Die Reiseveranstalter und Dienstleister der Bus- und Gruppentouristik tagten vom 21. bis 25. Oktober dort, wo ihre Gäste Urlaub machen, und konnten dabei eigene Eindrücke auffrischen oder Ausflugsziele neu kennenlernen. In den Swarovski Kristallwelten zeigte sich etwa, dass rund die Hälfte der Tagungsgäste zuvor noch nicht dort gewesen war. Andere Teilnehmer kannten die Erlebniswelt in Wattens bereits, hatten sie aber seit Jahren nicht mehr besucht.
Auch die Bergiselschanze in Innsbruck stand für einige auf dem Programm, während die restlichen Teilenehmer das Panorama-Museum besuchten. Die von Zaha Hadid entworfene Skisprungschanze ist ein Wahrzeichen der Stadt und bietet einen weiten Blick über Innsbruck und die Alpen.
Am nächsten Tag führte das Programm nach Hoch-Imst. Die Imster Bergbahnen brachten die Teilnehmer gleich zwei Mal auf 1.500 Meter zur Untermarkter Alm (UAlm). Im eigenem Tempo ging es in der längsten alpinen Achterbahn der Welt, dem Alpine Coaster, wieder hinab. Hier zeigte sich, wer lieber mit angezogener Handbremse die Landschaft entlang der 3,5 Kilometer langen Piste genießen oder sich dem uneingeschränkten Geschwindigkeitsrausch hingeben wollte. Ein zweites Mal hinauf ging es in der Gondel zum Hüttenabend auf der UAlm.
Skiweltcup und Gletscher auf über 3.200 Metern
Ein Höhepunkt auch im Wortsinn war das Skiweltcup-Opening der Frauen im Slalom am Rettenbachgletscher in Sölden auf 2.680 Metern Höhe sowie eine Fahrt auf den Tiefenbachgletscher auf über 3.200 Meter. Dieses zusätzliche Jubiläumsprogramm verlängerte die Tagung um einen Tag.
Konferenzprogramm: Welche Faktoren über die Zukunft der Bustouristik entscheiden
Bei der ausgebuchten Jahrestagung ging es jedoch nicht nur um touristische Inspirationen für künftige Reiseprogramme, sondern auch um die Zukunft der Bustouristik. Geopolitische Unsicherheit, stabile Reiselust und ein grundlegend verändertes Such- und Buchungsverhalten durch künstliche Intelligenz: Das Konferenzprogramm zeigte, wie unterschiedlich die Faktoren sind, auf die sich die Branche einstellen muss.
Politikwissenschaftler Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität zu Köln, machte deutlich, dass die vergleichsweise stabile internationale Ordnung der vergangenen Jahrzehnte nicht einfach zurückkommt. Auch der Dieselpreis wird seiner Einschätzung nach auf absehbare Zeit nicht sinken. Unternehmen müssten sich deshalb auf volatilere Rahmenbedingungen einstellen.
Wenn er eine positive Einschätzung dabei hatten, dann diese: dass es sich für die Bustouristik könnte als Vorteil erweisen könnte, wenn Sicherheit bei Reiseentscheidungen wichtiger werden und Reiseausgaben verstärkt in Europa getätigt werden könnten.
Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), sieht zudem erhebliches Nachfragepotenzial für Busreisen: 3,3 Millionen Reisen entfielen 2025 bereits auf den Bus. Die jüngste Reiseanalyse ermittelte ein Potenzial von elf Millionen Busreiseinteressierten bis 2028. Die Herausforderung für die Unternehmen besteht darin, dieses Interesse in tatsächliche Buchungen zu übersetzen.