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9-Euro-Ticket: Jede vierte Fahrt im ÖPNV hätte nicht stattgefunden

Die Verkehrsunternehmen verzeichnen laut VDV überall vollere Busse und Bahnen
© Foto: Rupert Oberhäuser/picture alliance

Die ersten Zahlen aus der Marktforschung zum 9-Euro-Ticket belegen einerseits die hohe Beliebtheit des Tickets, einige Aspekte müsse man aber kritisch hinterfragen, mahnt der VDV.


Datum:
12.07.2022
Autor:
Thomas Burgert
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Nach dem ersten Monat 9-Euro-Ticket lasse die bundesweite Marktforschung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Deutschen Bahn erste Trendaussagen und Rückschlüsse zur Nutzung zu, erklärte der VDV. „Nachfrage, Bekanntheit und Attraktivität des 9-Euro-Tickets sind ungebrochen hoch, wir verzeichnen überall vollere Busse und Bahnen“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

Ein Fünftel der Käufer habe angegeben, dass sie den ÖPNV zuvor normalerweise nicht genutzt haben. Dabei wären sechs Prozent der Fahrten ohne das 9-Euro-Ticket mit einem anderen Verkehrsmittel außerhalb des ÖPNV unternommen worden, davon gut die Hälfte mit dem Auto, führte Wolff aus und fügte hinzu: „Gut jede vierte aller Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket, einschließlich der Fahrten der Abo-Kundinnen und -kunden, wäre ohne das Ticket von vornherein gar nicht unternommen worden.“ Diese deutliche Erhöhung der Nachfrage sei laut VDV mit Blick auf den Klimaschutz und die Belastungen des Systems „kritisch zu hinterfragen“.

Kostensituation wird für Unternehmen immer schwieriger

Zudem gelte weiterhin, dass angesichts der steigenden Preise zum Beispiel für Kraftstoffe, Energie und Personal die Situation für immer mehr Unternehmen schwieriger werde. „Wir brauchen daher immer drängender Lösungen zur Kompensation dieses Anstiegs, sonst drohen deutliche Tarifsteigerungen oder gar, dass erste ÖPNV-Linienangebote eingeschränkt werden müssen. Hier ist die Politik gefordert, kurzfristig zu entscheiden, wie sich das Angebot für die Menschen nach dem 9-Euro-Ticket gestalten soll“, sagte Wolff

Insgesamt zeigen die Zahlen aus der Marktforschung, dass 31 Prozent der Käufer des 9-Euro-Tickets und 21 Prozent der Abonnenten, ihre Fahrten zumindest teilweise außerhalb des eigenen Verbundraums beziehungsweise Gültigkeitsbereichs unternommen haben. „Die Branche hat weitgehend ihren gesamten Fuhrpark einschließlich der Reserven auf die Schiene und die Straße gebracht, damit die Nutzerinnen und Nutzer möglichst viel Kapazitäten vorfinden. Darum freuen wir uns über die hohe Zufriedenheitswerte bei den Angaben zur letzten Fahrt“, sagte Wolff. 88 Prozent der Befragten seien mit ihrer letzten Fahrt mit dem ÖPNV zufrieden, jeder und jede fünfte ist sogar vollkommen zufrieden. Die Kaufabsicht für Juli seien auf ähnlichem Niveau wie im Juni.

VDV: Bund und Länder müssen dringende Fragen beantworten

„Die Marktforschung zeigt einerseits auf, dass es die Branche geschafft hat, Ticket und Mobilitätsangebote in kürzester Frist im Rahmen der Möglichkeiten auf den Weg zu bringen. Doch die Freude darüber darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bund und Länder zusammen mit der Branche in Kürze drängende Fragen beantworten müssen, auch mit Blick auf den Klimaschutz und die Abhängigkeit von Energie-Importen“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff abschließend.

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