Corona-Politik: VIR fordert Entschädigung für Touristik

Der Lockdown geht in die nächste Runde: Verbandsvertreter aus Touristik und Gastronomie wollen sich nicht länger hinhalten lassen, was den Fahrplan Richtung Öffnung angeht
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Die jüngste Beschlussvorlage für die heutige Bund-Länder-Konferenz sorgt für Kritik bei dem Tourismusverband. Auch der Gastro-Verband Dehoga zeigt sich mit den Vorschlägen nicht zufrieden.


Datum:
22.03.2021
Autor:
dpa/Anja Kiewitt

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„Schon wieder soll auf der aktuellsten Bund-Länder-Konferenz die Touristik geopfert werden. Nun ist es höchste Zeit, dass die Branche vollumfänglichen Schadensersatz bekommt“: So reagiert Michael Buller, Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR), auf die jüngste Beschlussvorlage für die heutige Bund-Länder-Konferenz. Für ihn ist es „nicht hinnehmbar“, dass die Touristik trotz bereits bewährter Prozesse und Hygienekonzepte weiterhin ohne Perspektive gelassen oder sogar zum Sündenbock gemacht werde. „Ich erkenne hier keinerlei Konzept“, kritisiert er. Der Verbandschef fordert von den Politikern eine Öffnungs-Perspektive für den gesamten Tourismus mit klaren Richtlinien und Auflagen, ohne dass durch Quarantäne-Regeln das Reisen erschwert wird. „Die Konzepte dazu liegen seit Monaten auf dem Tisch“, zeigt sich Buller verärgert. Sogar die eigene Studie des Robert Koch Instituts zu Urlaubsreisen werde von der Politik ignoriert. „Eine Branche die seit fünf Monaten geschlossen ist, kann nicht der Verursacher für die dritte Welle sein“, bekräftigt der VIR-Vorstand. Zusätzlich fordert er eine „vollumfängliche Entschädigung“ für die Touristik. „Hier muss jetzt auch der ausgefallene Umsatz berücksichtigt werden sowie der von Beginn an geforderte Unternehmerlohn“, betont Buller. Zudem sei es nun auch unabdingbar, "dass die staatlichen Hilfen für den Tourismus auch bis Ende des Jahres beschlossen und erweitert werden.“

Dehoga für Abkehr vom Inzidenzwert

Mit großer Enttäuschung verfolgt auch das Gastgewerbe in Schleswig-Holstein den heutigen Bund-Länder-Gipfel zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) kritisierte am Montag, dass in den Plänen der Küstenländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen für "kontaktarmen Osterurlaub" Hotellerie und Gastronomie keine Rolle spielen, sondern nur Selbstversorger in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder Wohnmobilen. Mit Blick auf die heutigen Bund-Länder-Gespräche fordert Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer Dehoga Schleswig-Holstein, eine Abkehr vom Inzidenzwert als alleinigem Maßstab. "Da gibt es ja sehr viel mehr Kriterien. Aber hier wird gnadenlos eine Linie durchgezogen, egal, wie falsch sie ist", sagte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) kritisierte die Bundesregierung wegen des Mangels an Corona-Impfstoff. "In Wahrheit sind all diese harten Lockdown-Maßnahmen nichts anderes als das Ablenken von einem massiven Impfdesaster", sagte er bei "Bild Live".

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