Das Deutschlandticket stelle die Branche weiterhin vor große Herausforderungen in Sachen Wirtschaftlichkeit und Umsetzung, so der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). So sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Für unsere Kundinnen und Kunden ist das Deutschland-Ticket ein gutes Tarifprodukt, denn es erleichtert die ÖPNV-Nutzung und macht das Bus- und Bahnfahren für Millionen von Fahrgäste günstiger. Deshalb glauben wir weiter an den Erfolg dieses Angebots und setzen als Branche alles daran, die Potenziale beim Deutschlandticket zu heben.“
VDV fordert eine verlässliche und dynamisierte Finanzierung
Wortmann betonte gleichzeitig: „Ohne ein gutes Angebot an Verkehrsleistungen kein Erfolg des Tickets.“ Im Rahmen der Umfrage werde deutlich, wo die Verkehrsunternehmen und Verbünde die konkreten Probleme sehen. Damit das Deutschlandticket sein volles Potenzial entfalten kann, brauche es „eine verlässliche und dynamisierte Finanzierung mit fairen und schnellen Ausgleichszahlungen, ein wirklich einheitliches Ticket mit klarer Governance sowie standardisierte, betriebswirtschaftlich funktionierende Vertriebs- und Kontrollsysteme und mitfinanzierten Angebotserhalt und -ausbau für eine sichere, flächendeckende Umsetzung
Potenzial beim Deutschlandticket-Job
An der Umfrage des Branchenverbands VDV beteiligten sich insgesamt 106 Verkehrsunternehmen und Verbünde, sowohl aus Großstädten und Ballungsräumen als auch aus ländlich geprägten Regionen. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Deutschlandticket-Job das größte Wachstumspotenzial sehen. Bei der Frage danach, welche weiteren Deutschlandticket-Produkte sie sich aus unternehmerischer Perspektive wünschen würden, liegt das Deutschlandticket für Auszubildende mit knapp 55 Prozent vor dem Deutschlandticket für Schüler mit rund 52 Prozent. Ein bundesweit einheitliches Sozialticket wünschen sich hingegen nur etwa 32 Prozent der Befragten.
VDV identifiziert drei Handlungsfelder
Darüber hinaus gibt es laut Umfrage aus Branchensicht drei Handlungsfelder, in denen laut VDV politische Entscheidungen dringend getroffen werden müssen:
- Finanzierung und Planungssicherheit: Erforderlich sind laut VDV „dauerhaft auskömmliche Mittel für Deutschlandticket und ÖPNV, ergänzt um eine automatische Dynamisierung und transparente Preisfortschreibung“. Mindereinnahmen müssten „bundesweit einheitlich, transparent und zügig ausgeglichen werden, einschließlich Abschlägen zur Liquiditätssicherung“. So würden Risiken reduziert und der laufende Betrieb stabilisiert.
- Einheitliches Ticket und klare Governance: Keine weitere Ausdifferenzierung, sondern ein schlankes, bundesweit verständliches Ticket mit einheitlichen Regeln und Tarifbedingungen. schlägt der VDV vor. Das vermeide Sonderwege und senke den Umsetzungsaufwand. Ein klarer, perspektivisch einheitlicher Tarifrahmen mit definierten Zuständigkeiten sichere zudem eine “konsistente Ticketentwicklung und gleiche Bedingungen im Vertrieb“, um so Komplexität und Reibungsverluste zu reduzieren.
- Systeme, Angebot und Integrität: Geförderte zentrale Vertriebs- und Kontrollsysteme sowie eine gemeinsame Datenbasis sollen Abrechnung und Skalierung vereinfachen, standardisierte Kontrollen die Fälschungssicherheit erhöhen. Angebotsausweitungen und Taktverbesserungen müssen laut VDV mitfinanziert werden, damit das Ticket flächendeckend wirkt. „Im ländlichen Raum ist der Status quo zu sichern, damit das Deutschlandticket kein reines Ballungsraumprodukt bleibt.“