Touristik: Reiseboom für Südeuropa erwartet

30.04.2026 14:10 Uhr | Lesezeit: 3 min
Sevilla_Spanien
Buchungsdaten deuten auf einen Nachfrageanstieg von 32 Prozent im Jahresvergleich für Spanien (im Bild Sevilla) hin
© Foto: Thomas Burgert

Der Kreditversicherer Allianz Trade geht von grundlegenden Verschiebungen, etwa den Reisezielen, in der Sommerreisesaison als Folge des Krieges im Nahen Osten aus. Profitieren soll unter anderem Spanien.

So geht Allianz Trade unter anderem davon aus, dass sich Flugreisende im bevorstehenden Sommer auf weiter steigende Ticketpreise einstellen müssen. Vor allem die Kerosinknappheit infolge des Iran-Kriegs treibe die Kosten und verenge das mögliche Angebot, wie aus einer Branchen-Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Selbst bei einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus würde es nach Schätzungen der Allianz Trade drei bis sechs Monate dauern, bis Förderung und Raffinerieauslastung im Mittleren Osten wieder weitgehend normalisiert sind, warnt Allianz Trade.

Deutlich höhere Nachfrage für Spanien

Während die Krisenregion Nahost als Reiseziel ausfällt, werden Reisen nach Asien und Australien wegen der fehlenden Umsteigekapazitäten am Persischen Golf deutlich teurer. Profitieren könnten süd- und südwesteuropäische Ziele wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien, wenn Fernreise-Pläne aufgegeben werden. „Buchungsdaten deuten aktuell auf einen Nachfrageanstieg von 32 Prozent im Jahresvergleich für Spanien und von rund 20 Prozent für Italien, Griechenland und Portugal hin“, sagte Allianz-Trade-Expertin Maria Latorre.

Inflation und Unsicherheiten könnten Reiselust dämpfen

Einigen Menschen vergehe angesichts steigender Energiepreise, Inflation und schwacher Konsumstimmung aber auch die Reiselust. Der deutsche Inlandstourismus werde daher nicht automatisch von einem Schub profitieren. So zwingen die anhaltenden Preissteigerungen viele Menschen in Deutschland einer anderen Umfrage zufolge zum Sparen. 58 Prozent der Befragten gaben in einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv an, sich zuletzt im Alltag eingeschränkt zu haben. 41 Prozent sagten dagegen, ihr Verhalten habe sich nicht wesentlich verändert. Am häufigsten wird beim Essengehen gespart: 76 Prozent der Betroffenen nennen diesen Punkt. Jeweils 69 Prozent reduzieren Ausgaben für Neuanschaffungen und Lebensmittel, 65 Prozent beim Kraftstoff, 59 Prozent sparen bei Energie und 57 Prozent beim Urlaub sowie 55 Prozent bei Freizeitangeboten.

Fliegen wird erst einmal teurer

„Für Reisende in Deutschland wird Fliegen erst einmal spürbar teurer“, sagt Latorre. „Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten rasch entspannt, bleiben die Effekte auf Preise und Angebot über die Ferienzeit hinaus bestehen.“ Die internationalen Flugpreise hätten sich bereits um fünf bis 15 Prozent erhöht und zusätzlich hätten viele Gesellschaften wieder separate Kerosinzuschläge eingeführt und verlangten höhere Preise für Nebenleistungen wie Gepäck oder Reservierungen. Die bislang verkündeten Streckenstreichungen seien eher als Netzoptimierung denn als systematische Kürzung anzusehen.

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