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Dieselpreise: Bundeskartellamt sieht starke regionale Unterschiede

Die Dieselpreise sind im Juli zwar gefallen, liegern aber nach wie vor auf hohem Niveau (Symbolbild)
© Foto: Rupert Oberhäuser/picture alliance

Zwar sind die Kraftstoffpreise im Juli gesunken, sie liegen aber immer noch auf einem hohen Niveau, zudem zeigen sich laut Bundeskartellamt deutliche regionale Unterschiede.


Datum:
04.08.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit: 
4 min
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Im Juli sind die Kraftstoffpreise laut dem Bundeskartellamt im Durchschnitt gefallen. Der Dieselpreis ist im Durchschnitt um fünf Cent im Vergleich zum Monatsanfang gesunken, liegt aber weiterhin deutlich über dem Preis von E5 (rund 13 Cent am 1. August 2022). „Die Abstände der E5-/E10-Tankstellenpreise zum Rohölpreis haben sich in den letzten Wochen deutlich verringert. Sie liegen jedoch weiterhin auf einem höheren Niveau als noch im Mai. Der Abstand für Diesel liegt weiterhin über dem hohen Niveau von Anfang Juni unmittelbar nach der Energiesteuersenkung“, kommentierte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, die derzeitigen Preise.

Bei der Betrachtung der Preise in verschiedenen Regionen Deutschlands falle zudem auf, dass sich die Unterschiede zwischen den preisgünstigeren Regionen und den teureren Regionen im Vergleich zum Vormonat deutlich erhöht haben. Ein im Vergleich relativ höheres Preisniveau ist laut Kartellamt vor allem in Bayern zu erkennen. So hat sich beim Diesel die Spanne der regionalen Preisunterschiede von 11 Cent (30. Juni 2022) auf 19 Cent (1. August 2022) erhöht. Lag der Durchschnittspreis für Diesel in günstigen Regionen im Nordosten am 1. August 2022 bei rund 1,88 Euro, seien in Teilen Bayerns teilweise Durchschnittspreise von über zwei Euro zu beobachten gewesen.

Regionale Preisunterschiede schon früher beobachtet

Ähnliche Veränderungen bei den regionalen Preisunterschieden konnten bereits in der Vergangenheit, wie etwa im Jahr 2018 im Zusammenhang mit einem starken Rhein-Niedrigwasser bei zeitgleichem Ausfall einer in Bayern gelegenen Raffinerie, beobachtet werden, führte das Bundeskartellamt weiter aus. Der Pegel des Rheins als wichtiger Transportweg ist derzeit erneut ausgesprochen niedrig und erschwert Transporte nach Bayern. Zudem können nach entsprechenden Branchenberichten einzelne Raffinerien in Bayern sowie dem unmittelbar angrenzenden Ausland (wie z.B. die OMV-Raffinerie in Schwechat, Österreich) aufgrund von Ausfällen und technischen Problemen derzeit nicht ihre volle Produktionskapazität nutzen.

Das Bundeskartellamt hat im Mai 2022 eine ad-Hoc Sektoruntersuchung zu Raffinerien und der Großhandelsebene eingeleitet. „In einem ersten Schritt haben wir umfangreiche Daten, Informationen und Unterlagen von rund 20 in Deutschland im Raffineriebereich tätigen Unternehmen abgefragt, die wir derzeit auswerten“, sagte Andreas Mundt. Das Bundeskartellamt kann eine solche Sektoruntersuchung in einem bestimmten Wirtschaftszweig durchführen, wenn besondere Umstände vermuten lassen, dass der Wettbewerb im Inland möglicherweise eingeschränkt oder verfälscht ist. Es handelt sich um eine Branchenuntersuchung, ausdrücklich aber nicht um ein Verfahren gegen bestimmte Unternehmen. Erste Ergebnisse der Sektoruntersuchung will das Bundeskartellamt im Herbst in Form eines Zwischenberichtes präsentieren.

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