In einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit würden auch beim Reisen „Kostenfragen weiter an Bedeutung gewinnen“, sagte Alfred Bauer, Leiter des Bayerischen Zentrums für Tourismus (BZT) mit Blick auf eine Studie zu Reiseentscheidungen, die das BZT aktuell veröffentlicht hat. Die Studie beruht auf einer repräsentativen Befragung von 2035 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren. Laut der Studie des BZT sind für 47 Prozent der Befragten die Kosten das derzeit wichtigste Entscheidungskriterium, gefolgt von Sicherheit (27 Prozent), Erreichbarkeit (25 Prozent) sowie Klima und positiven Vorerfahrungen mit einem Ziel (je 23 Prozent).
Trend zur kurzfristigen Buchung
Besonders beliebt bleiben Strandurlaube (50 Prozent), dicht gefolgt von Erholungs- und Entspannungsreisen (41 Prozent) sowie Städtereisen (40 Prozent). Für die Haupturlaubsreise 2025 sind das Zielgebiet (50 Prozent) und die Unterkunft (46 Prozent) die wichtigsten Faktoren, gefolgt vom Budget (39 Prozent) und dem Reisezeitpunkt (35 Prozent). Auffällig sei der Trend zur kurzfristigen Buchung: „Rund ein Drittel entscheidet sich erst ein bis drei Monate vor Reiseantritt, während ein Fünftel sogar weniger als einen Monat im Voraus oder noch spontaner bucht“, sagte Jürgen Schmude, der wissenschaftliche Leiter des BZT. Auch, warum Ziele gemieden werden, zeigt die Studie: Hohe Kosten (48 Prozent) und mangelnde Sicherheit (46 Prozent) führen besonders häufig zum Ausschluss potenzieller Reiseziele.
Preissteigerungen belasten die Kunden
Laut der Studie fühlen sich 27 Prozent der Bevölkerung durch Preissteigerungen und die derzeitige wirtschaftliche Lage stark belastet. Von denen, die am Urlaub sparen (20 Prozent), verzichten 37 Prozent ganz auf eine Urlaubsreise, während 30 Prozent eine günstigere Unterkunft als in der Vergangenheit suchen und 26 Prozent die Dauer der Urlaubsreise verkürzen. Und auch die Coronakrise wirkt noch nach: Zwar reisen 74 Prozent inzwischen wieder wie vor der Pandemie, doch 20 Prozent achten weiterhin verstärkt auf Sicherheit, Hygiene und meiden größere Menschenansammlungen.