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EU: Busfahrermangel spitzt sich weiter zu

EU: Busfahrermangel spitzt sich weiter zu
Nur 16 Prozent der Kraftomnibusfahrer sind Frauen, laut IRU ein weit unterdurchschnittlicher Wert
© Foto: Deutsche Bahn AG/Oliver Lang

Die Zahl der unbesetzten Stellen für Busfahrer in Europa nimmt weiter zu. Die IRU warnt, dass sich die Situation in den nächsten fünf Jahren ohne Maßnahmen verschärfen wird.


Datum:
10.10.2023
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
3 min
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Der Mangel an Busfahrern nimmt in Europa weiter zu, wie die International Road Transport Union (IRU) mitteilte. Derzeit seien in Europa 105.000 Stellen unbesetzt, das seien zehn Prozent der gesamten Berufskraftfahrerpopulation so die IRU. Dies bedeute auch einen Anstieg um 54 Prozent seit 2022. Über 80 Prozent der Busbetreiber hätten „große oder sehr große Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen“. Besonders akut sei das Problem im Regionalbusverkehr, im Linienfernverkehr und im Reisebusverkehr, so die IRU weiter.

Verkehrsunternehmen in ganz Europa haben Schwierigkeiten, Fahrer zu finden. Schon jetzt kommt es aufgrund des Fahrermangels zu Betriebsunterbrechungen“, sagte daher IRU-Generalsekretär Umberto de Pretto. Noch besorgniserregender sei die geringe Zahl junger Menschen, die in den Beruf einsteigen, im Vergleich zu der hohen Zahl älterer Fahrer, die in den Ruhestand gehen, sagte de Pretto.

Der Mangel an Busfahrern in Europa werde sich daher bis 2028 voraussichtlich mehr als verdoppeln, warnte der IRU-Vertreter. Über 1,2 Millionen Busfahrer werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren in den Ruhestand gehen, während die Zahl der Neueinsteiger deutlich geringer ist.

Ohne Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Fahrern könnte es in Europa bis 2028 mehr als 275.000 unbesetzte Stellen für Busfahrer geben. Nur 16 Prozent der Kraftomnibusfahrer sind Frauen, was sowohl unter dem Durchschnitt der gesamten Verkehrsbranche (22 Prozent) als auch unter dem der Erwerbsbevölkerung (46 Prozent) liegt.

Bürokratische Hürden und hohe Kosten

Weniger als drei Prozent der Kraftomnibusfahrer in Europa sind unter 25 Jahre alt, während mehr als 40 Prozent über 55 Jahre alt sind. „Der Beruf des Kraftomnibusfahrers bietet die Möglichkeit, die Jugendarbeitslosigkeit zu verringern und gleichzeitig die Zahl der benötigten Arbeitskräfte zu erhöhen. Die Regierungen und die Branche müssen zusammenarbeiten, um diese demografische Zeitbombe zu entschärfen“, sagte Umberto de Pretto.

In vielen europäischen Ländern liegt das Mindestalter für das Führen eines Fahrzeugs zur Personenbeförderung zwischen 21 und 24 Jahren. Die Lücke zwischen Schule und Beruf ist laut IRU ein wesentliches Hindernis für die Gewinnung neuer Fahrer. Das Mindestalter für das Führen eines Fahrzeugs sollte in einzelnen Ländern gesenkt werden, ohne dass damit Entfernungsbeschränkungen wie die 50-Kilomter-Grenze einhergehen.

Der Erwerb des Führerscheins ist auch aufgrund der hohen Kosten für Führerschein, Ausbildung und Versicherung teuer. In Deutschland beispielsweise koste der Führerschein im Durchschnitt 9000 Euro, mehr als das Vierfache des monatlichen Mindestlohns, kritisierte die IRU. „Der Zugang zu einem Beruf, der für Millionen von europäischen Bürgern eine wesentliche Dienstleistung darstellt, sollte von den Behörden erleichtert und nicht blockiert werden“, forderte Umberto de Pretto.

Länder mit einem Überschuss an Berufskraftfahrern könnten ebenfalls dazu beitragen, die Lücke zu schließen. Derzeit sind laut IRU nur fünf Prozent der Busfahrer in der EU Nicht-EU-Bürger. Der Zugang von qualifizierten Fahrern aus Drittländern zum Beruf in Europa sollte daher erleichtert werden, so die Forderung.

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