„Beim autonomen Fahren herrscht weltweit eine große Dynamik, die vor allem aus Ländern wie den USA und China kommt. Deshalb ist der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch, dass Deutschland als eine der führenden Industrienationen hier Leitmarkt sein will, absolut richtig. Aber bislang fehlen zu dieser Willensbekundung die entsprechenden politischen Taten«, sagte Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Dienstag, 9. Juni, zum Auftakt der VDV-Jahrestagung in Karlsruhe.
Deutschland als Leitmarkt für autonomes Fahren
Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel formuliert, Deutschland zum Leitmarkt für autonomes Fahren machen zu wollen. Es ist ein Ziel, das Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in den letzten Monaten immer wieder bekräftigt hatte. Der VDV vermisst bis heute aber eine „übergreifende Strategie für eine Realisierung dieses ambitionierten Ziels“. Hier habe die Bundesregierung bisher nichts vorgelegt. Der Bund und vor allem die Länder setzen aus Sicht des VDV nach wie vor auf Einzelprojekte und deren Förderung. So drohe Deutschland „im globalen Wettbewerb den Anschluss zu verpassen“, warnt der Branchenverband.
"Niemand weltweit wartet bei der Umsetzung des autonomen Fahrens auf Deutschland."
VDV-Präsident Ingo Wortmann
VDV: Branche steht mit Konzepten bereit
„Wir brauchen dringend eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte Leitmarkt-Strategie, die dann konsequent und mit höchster Priorität umgesetzt werden muss“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann. „Denn niemand weltweit wartet bei der Umsetzung des autonomen Fahrens auf Deutschland. Für die Anbieter der öffentlichen Mobilität auf Schiene und Straße kann ich klipp und klar sagen: Die Branche steht mit Projekten, Konzepten und Strategien bereit. Was wir jetzt benötigen, ist der Startschuss der Politik, damit Deutschland am Rennen ums autonome Fahren teilnehmen kann und nicht an der Startlinie stehen bleibt. Hier geht es um nicht weniger als um den Industriestandort Deutschland.“