Beim Jahrestreffen der Omnibusverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg standen Branchenthemen wie „das autonome Fahren, der Abbau bürokratischer Hürden und der Fahrpersonalmangel“ auf der Tagesordnung. Gastgeber des Treffens, das vom 28. bis 30. August dauerte, war in diesem Jahr die Schweiz. Beim sogenannten DACHL-Treffen kommen einmal im Jahr die Präsidenten und Geschäftsführungen der Busverbände aus Deutschland (bdo), Österreich (WKO, Fachverband Bus), der Schweiz (ASTAG, Fachgruppe Car) und Luxemburg (FLEAA) zu einem Arbeitstreffen zusammen. Der Austragungsort wechselt zwischen den teilnehmenden Ländern, in diesem Jahr traf man sich in der Region Bern/Thun.
Autonomes Fahren als Chance für den Busverkehr
Einen Themenschwerpunkt bildete das autonome Fahren. Die Verbandsvertretenden waren sich einig, dass die Technologie große Chancen für den Busverkehr bietet. „Richtig in bestehende Mobilitätsstrukturen integriert, können autonome Busse den Fahrpersonalmangel abfedern und vor allem im ländlichen Raum zu einem besseren Mobilitätsangebot beitragen“, so die Einschätzung der Branchenvertreter. Entscheidend sei, dass „nicht allein große Technologieunternehmen die Entwicklung bestimmen. Auch mittelständische Busunternehmen müssen frühzeitig beteiligt werden und ihre praktische Betriebserfahrung von Beginn an einbringen können“.
Rekrutierung von Fahrpersonal
Intensiv diskutiert wurde bei dem Treffen zudem der Fahrpersonalmangel und der Berufszugang. Ersterer stellt in allen vier Ländern viele Busunternehmen vor großen Herausforderungen und gefährdet zunehmend die Aufrechterhaltung und Ausweitung des Angebots klimafreundlicher Mobilität. Umso wichtiger erscheine in diesem Zusammenhang „ein einfacher und günstiger Zugang zum Fahrberuf“, betonen die Verbände. Auch die Gewinnung und Anerkennung von Fahrern aus Drittstaaten spielt hier eine wichtige Rolle.
Bürokratieabbau muss auch zu spüren sein
Ein weiteres zentrales Thema war der Abbau bürokratischer Belastungen. Die Unternehmen würden weiterhin durch zahlreiche Dokumentations-, Nachweis- und Mitführungspflichten ausgebremst. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe seien hiervon unverhältnismäßig stark betroffen. „Bürokratieabbau muss für die Unternehmen im Betriebsalltag spürbar werden. Umso wichtiger ist es, bestehende Vorgaben auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen sowie Verfahren stärker zu digitalisieren“, betonten die Branchenverbände.
Herausforderungen machen nicht an Landesgrenzen Halt
Das diesjährige DACHL-Treffen habe zudem einmal mehr gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche Austausch und die enge Zusammenarbeit der Schwesterverbände sei, so die Präsidenten und Geschäftsführungen übereinstimmend. Da die zentralen Herausforderungen der Busbranche nicht an Landesgrenzen Halt machen, sei es umso wichtiger, „gemeinsame Positionen zu entwickeln und die Interessen der privaten Busunternehmen geschlossen auf nationaler und europäischer Ebene zu vertreten“.