ÖPNV: Kostensteigerungen im Busverkehr in Baden-Württemberg

02.04.2026 15:36 Uhr | Lesezeit: 3 min
Regiobus_Baden-Wuerttemberg
Laut BW-Index sind die Kosten 2025 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um rund 2,8 Prozent gestiegen
© Foto: Landratsamt Göppingen

Das Verkehrsministerium in Stuttgart hat den Baden-Württemberg-Index (BW-Index) für den Öffentlichen Personennahverkehr auf der Straße für das Jahr 2025 veröffentlicht.

Der BW-Index spiegelt die Veränderung der Kosten für Busverkehre in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr wider. So zeigt der Index, dass die Kosten im ÖPNV weiter angestiegen sind. Der Anstieg falle „jedoch weniger stark aus als in den Vorjahren“, so das Ministerium. Die stärkste Steigerung verzeichnen weiterhin die Personalkosten. Die Zunahme liegt bei vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hingegen sind die Kosten für Kraftstoffe 2025 zurückgegangen. So sanken die Kosten für Diesel um 1,5 Prozent und auch die Stromkosten reduzierten sich um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Anstieg des Dieselpreises werde sich „gegebenenfalls im nächsten BW-Index widerspiegeln“. so das Ministerium.

Moderater Kostenanstieg von 2024 zu 2025

Die Teuerung bei allen weiteren Kostenparametern ist in einem ähnlichen Rahmen wie 2024 ausgefallen und bewegt sich zwischen einem und zweieinhalb Prozent. Fasst man diese einzelnen Kostenpunkte in einer beispielhaften Modellrechnung zusammen, sind die Kosten im Vergleich zum Vorjahr laut dem Index insgesamt um rund 2,8 Prozent gestiegen. Der BW-Index 2025 zeigt aus Sicht des Ministeriums, dass „der ÖPNV zwar weiter mit steigenden Kosten konfrontiert ist, die Entwicklung stelle sich jedoch glücklicherweise moderater dar als in 2024“.

Der Index wirkt zeitverzögert

Die Indexierung sorge für eine verlässliche Finanzierung der langlaufenden Verträge, sie wirke systembedingt aber zeitverzögert, erklärte der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO). Beim Baden-Württemberg-Index erfolgt die Anpassung nur einmal jährlich. Bei massiven Kostensprüngen könne der „zeitliche Versatz zwischen Anfall der Kosten und Ausgleichszeitpunkt – also der Nachlauf für die Unternehmen – zum Liquiditätsproblem werden“, gibt der WBO zu bedenken. Gerade aktuell erlebe man „Dieselpreise auf Rekordniveau, die in kürzester Zeit den bisherigen Höchststand im Krisenjahr 2022 übertroffen“ haben.


"Bei massiven Kostensteigerungen entscheidet nicht der Index, sondern die Abschlagszahlung über die Liquidität der Unternehmen."

WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg


Problem der Dieselpreisexplosion

Diesel macht einen hohen Kostenanteil am Verkehr aus, laut WBO „rund 20 Prozent“ und er wird täglich verbraucht und sofort bezahlt. Die Preissteigerung wirkt hier also ab dem ersten Tag. Ohne Abschlagsregelungen müssen diese Kosten gegebenenfalls monatelang vorfinanziert werden – was zu den besagten Liquiditätsengpässen führen kann. Um solche besonders hohen Kostenexplosionen liquiditätsmäßig abzufangen, sei es für Unternehmen „existenziell Abschläge zu erhalten“, so der WBO.

Gefahr für die Liquidität der Busunternehmen

Abschlagszahlungen als laufende, unterjährige Anpassungen der Vergütung, orientiert an der aktuellen Kostenentwicklung, wirken laut Branchenverband wie ein „Liquiditätspuffer in Echtzeit“. Dies sei gerade in Krisenzeiten von großer Bedeutung für die Unternehmen. „Bei massiven Kostensteigerungen entscheidet nicht der Index, sondern die Abschlagszahlung über die Liquidität der Unternehmen“, erklärte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. „Ohne unterjährige Anpassung werden Verkehrsunternehmen gezwungen, Kostenexplosionen vorzufinanzieren – das ist wirtschaftlich auf längere Sicht nicht tragfähig und gefährdet den öffentlichen Verkehr im Land.“

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