Mit dem Abschluss des Ersatzverkehrs für die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin endet eines der bislang umfangreichsten Busprojekte im deutschen Schienenersatzverkehr. Die aus mittelständischen Busunternehmen bestehende Unternehmensgruppe Ecovista hatte den SEV im Auftrag von DB Infra Go organisiert. Er lief über 317 Tage und wurde gestern, am 14. Juni, mit der letzten Fahrt der Linie X4 beendet.
Während der Bauarbeiten wurde der Regionalverkehr auf der rund 278 Kilometer langen Strecke vollständig auf Busse verlagert. Nach Unternehmensangaben kamen dafür 208 Fahrzeuge sowie mehr als 500 Fahrerinnen und Fahrer zum Einsatz. Täglich wurden bis zu 30.000 Fahrgäste befördert, koordiniert über sieben Standorte entlang der Strecke sowie eine zentrale Leitstelle in Aschaffenburg, die rund um die Uhr besetzt war.
Insgesamt realisierte Ecovista während der Projektlaufzeit rund 337.000 Fahrten und erbrachte eine Verkehrsleistung von etwa 24,5 Millionen Buskilometern. Dabei wurden rund 9,2 Millionen Fahrgäste befördert. Zeitweise waren bis zu 28 Linien parallel im Einsatz, die eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 93 Prozent erreichten.
Erfahrungen für künftige Verkehrsangebote nutzen
Für Busunternehmen und Aufgabenträger verdeutlicht das Projekt die wachsende Bedeutung großflächiger Ersatzverkehre im Zuge der Modernisierung der Schieneninfrastruktur. Insbesondere die operative Steuerung, Personaldisposition und Echtzeitkommunikation erwiesen sich laut Ecovista als zentrale Erfolgsfaktoren in der Umsetzung komplexer Verkehre.
Die im Projekt aufgebauten Strukturen sollen nun in den Regelbetrieb überführt werden. So bleibt die Leitstelle in Aschaffenburg erhalten und unterstützt künftig Linienverkehre der zur Gruppe gehörenden Gesellschaft Omny. Auch Teile des Projektteams werden in andere Unternehmensbereiche integriert.
Nach Angaben des Unternehmens fließen die Erfahrungen aus Planung und Betrieb des Ersatzverkehrs gezielt in künftige Verkehrsangebote ein. Damit positioniert sich Ecovista weiterhin im Markt für großvolumige Schienenersatzverkehre sowie im öffentlichen Personennahverkehr.