Studie: Corona löst Pleitewelle aus

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Der Kreditversicherer Euler Hermes prognostiziert eine weltweite Pleitewelle infolge der tiefen Rezession bei Welthandel und Weltwirtschaft – demnach sei in diesem Jahr mit 20 Prozent mehr Pleiten zu rechnen.


Datum:
11.05.2020
Autor:
Saskia Doll
Lesezeit: 
3 min

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Die Auswirkungen der Coronapandemie für die globale Wirtschaft sind verheerend, soviel steht schon jetzt fest. Laut der Kreditversicherungsgruppe Euler Hermes  dürften die Insolvenzen 2020 global zum vierten Mal in Folge steigen. Während der Zuwachs 2019 allerdings noch bei 8 Prozent lag, seien für dieses Jahr 20 Prozent zu erwarten.  Neben den USA (+25 Prozent), sei insbesondere Europa betroffen (+19 Prozent).

Beim Welthandel drohen nach Angaben des Versicherers Verluste von 3,5 Billionen Dollar. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) stecke durch die Pandemie mit voraussichtlich -3,3 Prozent in der größten Rezession seit dem 2. Weltkrieg. Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Allianz und Euler Hermes meint dazu: „2020 bricht die Weltwirtschaft nach unseren aktuellen Prognosen voraussichtlich doppelt so stark ein wie in der Finanzkrise. Die Verluste sind so hoch wie die Wirtschaftskraft (BIP) von Deutschland und Japan zusammen. Das hinterlässt Spuren wie bei einem Meteoriteneinschlag, die nicht von heute auf morgen wieder verschwinden."

Schuldenlast für viele erdrückend

Obwohl aktuell in Deutschland und vielen anderen Ländern die Wirtschaft nach dem Stillstand wieder hochgefahren wird, sind die Schwierigkeiten nach Einschätzung der Volkswirte damit längst nicht vorbei. Auch für Deutschland rechnen sie daher mit mindestens 10 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr – ohne die staatlichen Schutzschirme wäre der Anstieg noch wesentlich höher. „Die Liquiditäts- und Stabilisierungsmaßnahmen sind ein enorm wichtiger erster Schritt, um die Wirtschaft schnell zu stabilisieren", sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Die Kehrseite dieser Medaille ist allerdings, dass die Schuldenlast für viele Unternehmen deutlich größer sein wird als vorher. Damit die Unternehmen von diesen Schuldenbergen nicht erdrückt werden, müssen in einem zweiten Schritt deshalb Lösungen gefunden werden, wie und in welchem Zeitraum die Unternehmen diese Schulden anschließend wieder abbauen oder sie restrukturieren können.“

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