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Tarifverhandlung: WBO kritisiert Verhandlungsführung von Verdi

"Eine Tarifrunde ist eben keine Lohnrunde", ruft Yvonne Hüneburg in Erinnerung
© Foto: WBO

In einer vergleichsweise frühen Phase der Tarifrunde für das private Omnibusgewerbe in Baden-Württemberg hat Verdi Streiks angedroht.


Datum:
15.06.2021
Autor:
Thomas Burgert
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In Baden-Württemberg hat die Gewerkschaft Verdi bei den Tarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe in einer frühen Phase der laufenden Verhandlungen mit dem Verband Baden- Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) mit Streiks gedroht. Bei einzelnen Busunternehmen sollen bereits in dieser Woche Busse stehen bleiben. „Das kommt zur Unzeit“, hatte WBO-Verhandlungsführer Horst Windeisen nach der aktuellen, dritten Verhandlungsrunde am Freitag, 11. Juni, die Ankündigung von Verdi kommentiert. Es sei schwer nachzuvollziehen, dass Busfahrer „in Zeiten wie diesen, in denen die Menschen über jede wiedergewonnene Normalität wie beispielsweise Regelbetrieb an den Schulen froh und dankbar sind, ihre Fahrgäste im Stich lassen“.

Dabei verwies Windeisen auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, die in den vergangenen Monaten der Pandemie die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter vielfach mittels Kurzarbeit erhalten haben. Verdi habe sich von Beginn der Verhandlungsrunden an auf ausschließlich zwei Themen versteift: Pausen und Nachtzuschläge. So sollen nahezu sämtliche Pausen bezahlt und der Nachtzuschlag verdoppelt werden. Die Forderungen der Unternehmen – wie unter anderem Anwendungsbereich, Tarifgruppen, Jahressonderzahlung – seien hingegen abgetan worden.

Verhandlungen gehen am 26. Juni weiter

„Wir haben ebenfalls Punkte, die wir im neuen Manteltarifvertrag verankert sehen wollen“, sagte die stellvertretende WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg. „Eine Tarifrunde ist eben keine Lohnrunde, in der nur über Prozente diskutiert wird. Hier muss man schon die Bereitschaft mitbringen, thematisch einzusteigen, um das Tarifwerk zu erneuern. Das ist sicherlich zeitintensiver als eine reine Lohnrunde – das ist ja aber auch nicht überraschend.“

Verdi erklärte, die die Arbeitgeber hätten kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, die Tarifkommission habe daher beschlossen, ab nächster Woche zu ersten Warnstreiks aufzurufen. „Die ausufernden Standzeiten der Busse müssen jetzt endlich als Arbeitszeit anerkannt werden«, forderte Verdi-Verhandlungsführerin Hanna Binder. Eine Stärkung des ÖPNV erreichen wir nur mit Arbeitsbedingungen, bei denen wir die immer größere Fachkräftelücke im Fahrdienst wieder schließen können.“

Die Verhandlungen sollen am Samstag, 26. Juni, fortgesetzt werden, dann erstmals in der laufenden Runde in Präsenz.

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