Thüringen: MDO warnt vor Kostenfalle für Busunternehmen

09.04.2026 11:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
Die Verkehrsunternehmen der Busbranche laufen durch die extrem gestiegenen Sprit-, Ad Blue- und Ersatzteilkosten sichtbar in eine Kostenfalle, warnt der MDO

Steigende Sprit- und Ersatzteilpreise sorgen laut MDO für 25 Millionen Euro Mehrkosten im Thüringer Busverkehr, gleichzeitig verzeichnet man ein Anziehen der Nachfrage.

Angesichts der gestiegenen Spritpreise sieht der Verband mitteldeutscher Omnibusunternehmen (MDO) rund 25 Millionen Euro Mehrkosten für den Thüringer Linienbusverkehr und fordert finanzielle Hilfe vom Land. „Die Verkehrsunternehmen der Busbranche laufen durch die extrem gestiegenen Sprit-, Ad Blue- und Ersatzteilkosten sichtbar in eine Kostenfalle“, teilte der Verband mit. In einem Brief an Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) fordert der Verband kurzfristige finanzielle Unterstützung.

Pro Jahr 30 Millionen Liter Diesel im Linienbusverkehr

„Wir fordern dringend ein schnelles Handeln der Politik im Bund und Land, um den Unternehmen eine Perspektive zu geben. Es ist kurzfristig eine deutliche Liquiditätsspritze für die Unternehmen notwendig und mittelfristig das Stemmen der erwartbaren Mehrkosten“, erklärte Tilman Wagenknecht, Geschäftsführer des Verbandes mittel deutscher Omnibusunternehmen. Den Angaben seines Verbandes zufolge werden pro Jahr rund 30 Millionen Liter im Thüringer Linienbusverkehr verbraucht. Demnach würden die Preissteigerungen rund 25 Millionen Mehrkosten bedeuten, sollten sich die Kostensteigerungen verfestigen.

Mehr Nachfrage nach Bus und Bahn

Es sei bereits eine „eine leichte bis deutliche Steigerung der Nachfrage seitens der Fahrgäste in den Linienbussen zu spüren“, hieß es vom Verband. „Die Menschen nutzen aktuell mehr Bus und Bahn. Wir sehen es an den Deutschlandtickets für monatlich nur 63 Euro (weniger als eine Tankfüllung), die von den Kunden inzwischen fast aus schließlich eingesetzt werden.“ Wagenknecht forderte, den Nahverkehr in der Region in der Kostenkrise deutlich auszubauen. Die Bürger verlangten ein besseres Linienangebot in der Region „und jetzt ist der sicherlich mühsame, aber strategisch absolut richtige Zeitpunkt für die nächsten Schritte der Verkehrswende“, so Wagenknecht.

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