Friedel Rau war Omnibusunternehmer aus Aalen mit Leib und Seele und engagierte sich auch ehrenamtlich in der Verbandsarbeit für die Busbranche. 25 Jahre lang lenkte er als Präsident die Geschicke des WBO. 1973 wurde er Vizepräsident des damaligen Bundesverbandes BDP, 1974 war er maßgeblich an der Gründung der gbk – Gütegemeinschaft Buskomfort beteiligt. Die Gründung des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) im Jahr 1981 geht ebenfalls wesentlich auf seine Initiative zurück.
Mit Mitte 20 Geschäftsführer im Familienbetrieb
Das Busgewerbe war ihm buchstäblich in die Wiege gelegt: Bereits sein Vater Max Rau übernahm 1931 die vier Jahre zuvor gegründete Kommanditgesellschaft Scherz, Omnibusverkehr Aalen. 1961 trat Friedel Rau als junger Diplomingenieur in die Fußstapfen seiner Familie und übernahm die Geschäftsleitung des Unternehmens, während seine Ehefrau Henriette die Buchhaltung verantwortete. Später trug Friedel Rau die unternehmerische Verantwortung zusammen mit seinen Söhnen Ulrich und Peter als Geschäftsführer der OVA Omnibus-Verkehr Aalen.
Sein unternehmerisches Wirken war stets untrennbar mit seinem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement verbunden. Bereits 1967 wurde Friedel Rau im WBO als Referent Technik in den Vorstand gewählt. Nach dem tragischen Unfalltod von Erich Schefenacker übernahm er am 9. Februar 1972 den Vorsitz des Verbandes und lenkte als dessen Präsident 25 Jahre lang mit Klarheit, Beharrlichkeit und einem tiefen Verständnis für die Belange der mittelständischen Omnibusunternehmen die Geschicke des WBO.
Zweimal mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt
Doch sein Engagement reichte weit über Baden-Württemberg hinaus. 1973 wurde Friedel Rau Vizepräsident des damaligen Bundesverbandes BDP, 1974 war er maßgeblich an der Gründung der gbk – Gütegemeinschaft Buskomfort beteiligt. Die Gründung des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) im Jahr 1981 geht wesentlich auf seine Initiative zurück. Friedel Rau wurde dessen erster Präsident und prägte den Verband bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1995 entscheidend.
Friedel Rau lebte das Ehrenamt laut bdo und WBO mit außergewöhnlicher Hingabe. Er galt als streitbar, leidenschaftlich und konsequent in der Sache – und war zugleich stets dem Ausgleich verpflichtet. Für viele war er ein Kämpfer, für alle ein verlässlicher Ansprechpartner, für die Branche eine Legende.
Für sein Wirken erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg sowie die Silberne Ehrenplakette seiner Heimatstadt Aalen.
Im hohen Alter zog sich Friedel Rau aus dem öffentlichen Wirken zurück, blieb der Branche jedoch innerlich stets verbunden.
WBO und bdo verlieren mit ihm einen außergewöhnlichen Gestalter und überzeugten Vertreter des mittelständischen Busgewerbes, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung Verbände hieß.