Coronakrise: Verbände für schnellen Re-Start mit Konzept

RDA-Präsident Benedikt Esser fordert unter anderem Korrekturen bei der Insolvenzsicherung
© Foto: RDA Internationaler Bustouristik Verband e.V.

Vertreter von RDA und bdo erneuerten ihre Forderungen für die Bus- und Gruppentouristik bei zwei Gipfeltreffen des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin.


Datum:
18.02.2021
Autor:
Anja Kiewitt

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Mit der Anwendung vorhandener Hygienekonzepte, der kostenfreien Nutzung von Schnelltests vor Reiseantritt, der zunehmenden Anzahl von geimpften Personen und den allgemein sinkenden Infektionszahlen sollte der Neustart von Bus- und Gruppenreisen beschleunigt werden können. Das betonte Benedikt Esser, Präsident des RDA Internationaler Bustouristik Verband, bei Sitzungen des Tourismusbeirats des Bundeswirtschaftsministeriums sowie beim Wirtschaftsgipfel gegenüber Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Mitte Februar in Berlin. Noch in dieser Woche wolle der RDA Altmaier ein entsprechendes Konzeptpapier überreichen.

Keine Kollektivhaftung mit Großkonzernen

Darüber hinaus fordert der Verband Korrekturen bei der Insolvenzsicherung. Die derzeit im Referentenentwurf vorgesehenen Sicherheitsleistungen und Beitragshöhen stellen das Sechs- bis Siebenfache der bisherigen Belastungen dar und führen zu finanziell und wirtschaftlich untragbaren Folgen für die überwiegend familiengeführten Traditionsbetriebe der Bus- und Gruppentouristik, betonte Esser in Berlin. Der RDA fordert, dass Reiseveranstalter bis zu einem Umsatz von zehn Millionen Euro statt derzeit drei Millionen Euro von der verpflichtenden Teilnahme am Reisesicherungsfonds freigestellt werden und umsatzunabhängig auch jeder Reiseveranstalter, der für seine Risiken nach den gesetzlichen Vorgaben am Versicherungsmarkt eigenständig vorsorgen kann. „Es ist nicht die Aufgabe des familiengeführten Mittelstands für internationale Großkonzerne in Kollektivhaftung zu treten", erklärte Esser. Er fordert zudem, dass nicht die Reisemarge, sondern die vereinnahmten Reiseentgelte als Grundlage zur Berechnung des Vergleichsumsatzes herangezogen werden müssen.

83 Prozent der Unternehmer sind enttäuscht

Aktuelle Zahlen einer Branchenbefragung des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) zeigen, dass die aktuellen Rettungsmaßnahmen der Politik nicht ausreichend bei den Unternehmen ankommen: 83 Prozent der Busunternehmer gaben an, dass sie sich mehr Hilfen wünschen oder von den bisherigen Hilfen enttäuscht sind und sich alleingelassen fühlen. Die Folgen der Corona-Krise werde aus bdo-Sicht zudem langfristigen Schaden im öffentlichen Personenverkehr anrichten, wenn jetzt nicht aktiv gegengesteuert werde. Denn: Die Hälfte der Busunternehmen in Deutschland rechnet für die kommenden zwei Jahr mit weniger als 60 Prozent der Einnahmen der Vorkrisenzeit.

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