Schon 1969 hatte das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit dem ungarischen Außenhandelsunternehmen Mogürt und den SZIM Vereinigten Werkzeugmaschinenfabriken zur Produktion von Nutzfahrzeugbremsen in Ungarn abgeschlossen. Einer der wichtigsten Kunden war Ikarus, der größte Omnibushersteller des früheren Ostblocks. Nachdem Ungarn als erster sozialistischer Staat die gesetzlichen Voraussetzungen für Joint Ventures mit westlicher Beteiligung geschaffen hatte, gründete Knorr-Bremse am 24. November 1989 ein Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeugbremsen. Daraus entwickelte sich bis heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Konzerns mit zwei Standorten: In Kecskemét, 86 Kilometer südöstlich von Budapest, produziert Knorr-Bremse mit rund 650 Mitarbeitern unter anderem pneumatische und elektronische Bremssteuerungen und Luftaufbereitungssysteme größtenteils für die europäische Nutzfahrzeugindustrie. Der Standort Kecskemét ist darüber hinaus zuständig für den Vertrieb in die Region Mittel-Ost-Europa. Die hier hergestellten High-Tech-Produkte erfüllen alle Anforderungen internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Ergänzend dazu gründete Knorr-Bremse 1999 in Budapest ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, eines von insgesamt dreien im Nutzfahrzeugbereich von Knorr-Bremse. 120 Mitarbeiter entwickeln heute in Budapest Soft- und Hardware für Bremssysteme. Ungarn gilt als Tor zum Osten und nimmt seit der politischen Wende einen wichtigen strategischen Platz ein. So werden etwa die Nutzfahrzeugaktivitäten von Knorr-Bremse in Russland, das Joint-Venture mit dem größten russischen Lkw-Hersteller KAMAZ, von Ungarn aus gesteuert.
Knorr-Bremse feiert Ungarn-Jubiläum
Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge blickt auf vierzig Jahre Produktion in Ungarn zurück.