NVV: Busunternehmen testen E-Bussen auf längeren Fahrtstrecken

18.06.2026 17:04 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Aktuell sind auf den knapp 290 Buslinien im NVV-Gebiet mehr als 600 Busse im Einsatz
© Foto: NVV

Zusammen mit Busunternehmen und Fahrzeugherstellern testet der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) den Einsatz alternativer Antriebsformen im Linienbusbetrieb.

Dank des Engagements der Verkehrsunternehmen könne man sich „ein gutes Bild von den verschiedenen Antriebsformen machen“, sagte NVV-Geschäftsführer Marian Volmer. Ziel sei es, für jedes Einsatzgebiet – vom dichten Stadtverkehr bis hin zu topografisch anspruchsvollen Linien im ländlichen Raum – die „effizienteste und klimafreundlichste“ Lösung zu finden. Der Testbetrieb findet daher auf Buslinien in allen fünf nordhessischen Landkreisen statt. Perspektivisch will man vermehrt Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Buslinien im NVV-Gebiet einsetzen.

Das Projekt hat Ende April mit Testfahrten der Busunternehmen Frölich Linie und BKW in den Landkreisen Werra-Meißner und Schwalm-Eder begonnen und läuft voraussichtlich bis Ende August 2026. Der NVV hat das Testprojekt initiiert, die beteiligten Verkehrsunternehmen werden sich untereinander und mit dem NVV über ihre Erfahrungen mit dem Einsatz alternativer Antriebe im Linienbusverkehr austauschen.

Hohe Laufleistungen der Busse

„Wir sind sehr positiv überrascht und beeindruckt von der Laufleistung des E-Busses, den wir bei uns auf den Linien 200 und 290 eingesetzt haben“, sagte Bianca Frölich, Geschäftsführerin des Busunternehmens Frölich Linie. „Die vom Hersteller Iveco angegebene Reichweite wird teilweise sogar übertroffen – und das, obwohl wir mit der Linie 290 auch am Hohen Meißner unterwegs sind und erhebliche Steigungen überwinden müssen.“ Die Linie 200 verkehrt zwischen Eschwege und Kassel und legt am Tag mehr als 500 Kilometer zurück. Das getestete Fahrzeug verfügt über einen 485 kW-Akkuspeicher. Die Laufleistung mit einer Ladung belaufe sich auf mehr als 500 Kilometer.


"Wir sind sehr positiv überrascht und beeindruckt von der Laufleistung des E-Busses."

Bianca Frölich, Geschäftsführerin des Busunternehmens Frölich Linie


Ladeinfrastruktur muss ausgebaut werden

„Die Praxistests zeigen deutlich, dass alternative Antriebe im Linienverkehr grundsätzlich gut funktionieren“, sagt auch Uwe Bonan, Geschäftsführer des Busunternehmens BKW. „Gleichzeitig wird aber auch klar, dass insbesondere die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden muss, um einen wirtschaftlichen und zuverlässigen Betrieb sicherzustellen“, sagte Bonan. Im Rahmen des Testbetriebs kam bei der BKW unter anderem ein E‑Gelenkbus des Herstellers Mercedes-Benz zum Einsatz. Da die BKW nicht über eigene Ladeinfrastruktur verfügt und auf den befahrenen Strecken keine ausreichenden Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen, nutzte die BKW das vom Hersteller mitgelieferte mobile Ladegerät.

Verschiedene Technologien werden getestet

Die Rückmeldungen des Fahrpersonals bei der BKW fielen insgesamt positiv aus: Besonders hervorgehoben wurden der hohe Fahrkomfort sowie die deutlich geringere Geräuschentwicklung im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen. Bei den Testfahrten im NVV-Gebiet kommen Busse mit alternativen Antriebstechnologien von verschiedenen Fahrzeugherstellern zum Einsatz - überwiegend Elektrobusse, teilweise aber auch mit HVO100 oder mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge.


"Gleichzeitig wird aber auch klar, dass insbesondere die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden muss, um einen wirtschaftlichen und zuverlässigen Betrieb sicherzustellen."

Uwe Bonan, Geschäftsführer des Busunternehmens BKW


Diesel durch alternative Antriebe ersetzen

Langfristiges Ziel ist es laut NVV, dass auf allen Buslinien im Verbundgebiet Dieselbusse durch Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien ersetzt werden. Aktuell sind auf den knapp 290 Buslinien im NVV-Gebiet mehr als 600 Busse sowie etwa 30 Kleinbusse im Einsatz. 14 Busunternehmen betreiben derzeit den Busverkehr in Nordhessen im Auftrag des NVV. Die vom NVV beauftragten Verkehrsunternehmen schaffen die Fahrzeuge selbst an und orientieren sich dabei an den Vorgaben, die der NVV in den jeweiligen Verkehrsverträgen festlegt.

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