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Wasserstoffbus: Rhein-Neckar-Verkehr GmbH erhält ersten eCitaro mit Range Extender

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© Foto: Daimler Truck Media

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) erhält die weltweit ersten vollelektrischen Mercedes‑Benz eCitaro Gelenkbusse aus der Serienproduktion mit einer Brennstoffzelle als Range Extender.


Datum:
24.11.2023
Autor:
Sascha Böhnke
Lesezeit:
2 min
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Zusätzlich zu den drei eCitaro G fuel cell, die am 23. November 2023 auf dem Gelände des Betriebshofs der rnv in der Bergheimer Straße 155 in Heidelberg übergeben wurden, erfolgt die Auslieferung weiterer 45 eCitaro Gelenkbusse schrittweise bis zur Mitte des Jahres 2025. 40 der insgesamt 48 Fahrzeuge sind für den Linienbetrieb in Mannheim und Heidelberg bestimmt. Die acht weiteren Busse werden in Ludwigshafen am Rhein eingesetzt. Außerdem besteht seitens der rnv eine Bestelloption auf zusätzliche 27 eCitaro G fuel cell, mit der sich das Buskontingent der rnv bei Bedarf bis 2027 auf insgesamt 75 vollelektrische Brennstoffzellen-Gelenkbusse von Daimler Buses erhöhen kann. Bevor die neuen Elektro-Gelenkbusse eCitaro G fuel cell im Verkehrsgebiet der rnv im regulären Linienbetrieb eingesetzt werden, absolvieren sie zunächst bis Anfang 2024 einen sogenannten Testbetrieb. Diese Zeitspanne nutzt die rnv neben der Einweisung und intensiven Schulung der Fahrer unter anderem für Testbetankungen und Reichweiten-Abschätzungen, um den Einsatz auf den Linien in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen optimal auslegen und gestalten zu können. Die wissenschaftliche Begleitforschung des Projekts H2Rhein-Neckar wertet die Daten des Realbetriebs aus und gibt weitere Anhaltspunkte zur Optimierung der Abläufe im Betriebshof, des Energieverbrauchs und der Routenplanung.

Die dreitürigen Elektro-Gelenkbusse mit Brennstoffzellen-Range-Extender verfügen über jeweils vier Batteriepakete mit Lithium-Ionen-Akkus der neuesten Generation (NMC3) und einer Batteriekapazität von 392 kWh pro Fahrzeug. Sie bilden die Basis der Stromversorgung. Die Wasserstoffversorgung der 60-kW-Brennstoffzelle erfolgt über sechs H2-Flaschen mit je fünf Kilogramm Fassungsvermögen, die auf dem Fahrzeugdach installiert sind. Betankt werden die Wasserstoff-Behälter in Fahrtrichtung rechts über der zweiten Achse. Angetrieben werden sowohl die Mittel- als auch die Hinterachse der Gelenkbusse. Der Antrieb erfolgt über zwei Niederflur-Portalachsen mit radnabennahen Elektromotoren, die jeweils 250 kW Leistung liefern. Die Elektromotoren leisten pro Rad 141 kW und erreichen ein Drehmoment von 494 Nm. Daraus resultiert durch eine fixe Übersetzung ein Drehmoment von 11.000 Nm pro Rad. Die Reichweite soll rund 400 Kilometer betragen.

30 Ladestationen versorgen die E-Busse der rnv mit Strom, ergänzt durch zwei neu errichtete Wasserstoff-Tankstellen. Die Aufladung der Batterien mit 150 kW Ladeleistung sowie die Betankung der Wasserstoffbehälter mit 350 bar Ladedruck erfolgt in den Betriebshöfen der rnv in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen oder in deren unmittelbarer Nähe.

Wasserstoff-Pilotprojekt in der Rhein-Neckar-Region

Aus dem Gesamtkontingent von 48 eCitaro G fuel cell Gelenkbussen kommen 13 Fahrzeuge in Mannheim, 27 in Heidelberg und acht in Ludwigshafen zum Einsatz. Die 40 Elektro-Gelenkbusse mit Brennstoffzellen-Range-Extender für Mannheim und Heidelberg werden im Projekt H2Rhein-Neckar mit 16,55 Millionen Euro vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg gefördert. Die Förderung der übrigen acht Busse, die für den Linieneinsatz in der rheinland-pfälzischen Stadt Ludwigshafen vorgesehen sind, erfolgt im Rahmen des Partnerprojekts H2Rivers durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

Zusammen ergeben H2Rhein-Neckar und H2Rivers eines der größten Demonstrationsprojekte für H2-Mobilität im Südwesten Deutschlands. Sie erproben die Nutzung neuer Wasserstofftechnologien und liefern neue Erkenntnisse für den Aufbau regionaler Wasserstoff-Ökosysteme. Die verschiedenen Teilprojekte umfassen alle Bereiche der Wasserstoffwirtschaft: Sie bilden die gesamte wasserstoffbasierte Wertschöpfungskette von der Wasserstoff-Erzeugung über den Transport bis zu den unterschiedlichen Mobilitätsanwendungen ab und machen die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sozusagen „erfahrbar“. Regionale Synergien und integrierte Wertschöpfungsketten helfen dabei, die Brennstoffzellenmobilität wettbewerbsfähig zu gestalten und die Alltagstauglichkeit von Wasserstoff als Energieträger im Verkehrssektor darzustellen.

Die Projektkoordination für das Projekt H2Rhein-Neckar liegt bei der e‑mobil BW GmbH, während das Projekt H2Rivers von der Metropolregion Rhein‑Neckar GmbH koordiniert wird. Innerhalb der Projekte liefert Daimler Buses die Elektrobusse mit Brennstoffzellen-Range-Extender. Weitere Projektpartner innerhalb des Konsortiums von H2Rivers kümmern sich um Wasserstoff-Produktion (BASF), Wasserstoff-Tankstellen (H2 Mobility) und Transport/Logistik (Air Liquide).

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