BTW: „Brauchen wieder echtes Wirtschaftswachstum“

19.05.2026 10:40 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Laut der Umfrage im Auftrag des BTW entscheiden sich 35 Prozent der Befragten angesichts der Krisen häufiger für Reiseziele innerhalb Europas
© Foto: gbk

Weltweite Krisen und die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Unsicherheit beeinflussen auch das Buchungsverhalten, wie eine Umfrage zeigt.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) zeigt, dass Urlaubsreisen für die Mehrheit der Menschen in Deutschland ein zentraler Bestandteil von Lebensqualität und Auszeit für vom Alltag bleibt. Dies trotz weltweiter Krisen, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit bleiben Urlaub und Reisen. Durchgeführt wurde die Umfrage von YouGov, befragt wurden 2102 Personen ab 18 Jahren in Deutschland.

Menschen haben weiter Lust am Reisen

Laut der Umfrage sehen 64 Prozent der Bevölkerung Reisen als notwendige Auszeit vom belastenden Alltag, jeder Zweite beschreibt Urlaub als wichtigen Teil der eigenen Lebensqualität. Gleichzeitig blickt jedoch eine Mehrheit von 67 Prozent negativ bis sehr negativ auf die globale Lage, was spürbare Folgen für das Buchungs- und Reiseverhalten hat. „Die Menschen haben nicht die Lust am Reisen verloren, sondern ihre Sicherheit“, erklärte BTW‑Präsident Sören Hartmann. „Unsere Studie zeigt sehr klar: Nicht geopolitische Krisen allein, sondern vor allem auch wirtschaftliche Sorgen bestimmen aktuell, ob und wie überhaupt gereist wird.“

Wirtschaftliche Unsicherheit beeinflusst das Buchungsverhalten

Rund 40 Prozent der Befragten planen laut der Umfrage, 2026 bei Reisen zu sparen. Der wichtigste Treiber dieser Zurückhaltung ist die persönliche wirtschaftliche Unsicherheit – sie hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Bedeutung gewonnen. Besonders betroffen seien ältere Menschen und Haushalte mit niedrigem Einkommen. „Wenn Menschen Angst um ihren Job oder ihr Einkommen haben, verzichten sie irgendwann auch auf Reisen und Genuss“, sagte BTW-Präsident Hartmann. „Deshalb brauchen wir dringend wieder echtes Wirtschaftswachstum in Deutschland.“ Reiseentscheidungen würden zunehmend die wirtschaftliche Unsicherheit und die Konsumzurückhaltung der Bevölkerung widerspiegeln.

Zuwächse bei Reisezielen in Europa

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Geopolitische Konflikte führen vor allem zu Verhaltensanpassungen – so auch beim Reisen:

  • 35 Prozent entscheiden sich häufiger für Reiseziele innerhalb Europas,
  • 22 Prozent bevorzugen bekannte oder bereits bereiste Destinationen
  • 26 Prozent verzichten tatsächlich (teilweise) aufs Reisen – überdurchschnittlich trifft dies bei Geringverdienenden zu.

„Die Menschen reisen bewusster und risikoärmer“, betont der BTW‑Präsident. „Europa profitiert von dieser Entwicklung – vorausgesetzt, Mobilität bleibt bezahlbar und Urlaub planbar.“ Was Deutschen aktuell am meisten Sicherheit beim Reisen gibt, sind flexible Buchungs- und Stornomöglichkeiten, gefolgt von verlässlichen Informationen zur Lage vor Ort und Reiseangeboten mit integrierter Absicherung.

Reisebranche braucht stabile wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen

Aus Sicht des BTW unterstreichen die Ergebnisse insbesondere auch die Bedeutung stabiler wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen. Vor allem sei es wichtig, wieder Wirtschaftswachstum in Deutschland zu realisieren und den Menschen wieder eine Perspektive zu geben, betont der BTW. Hartmann erklärte abschließend: „Jeder weitere Tag, an dem die Straße von Hormus geschlossen ist, belastet die Menschen in diesem Land und gefährdet die Existenz unserer Betriebe mit knapp 2,7 Millionen Beschäftigten. So sollte die EU mit ihren internationalen Partnern sich aktiv in eine Befriedung des Konfliktes einbringen“.

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