Reisebusunternehmen sehen sich beim Zugang zu europäischen Städten immer neuen Herausforderungen ausgesetzt. Dazu zählen Umweltzonen, fehlende Infrastruktur und administrative Hürden, wie aus dem neuen EGUM‑Bericht der Europäischen Kommission hervorgeht. Viele Inhalte des Berichts basieren direkt auf Beiträgen aus der Branche, so die Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Die Branche werde den Bericht nutzen, „um bessere Bedingungen für den Buszugang zu Städten einzufordern“, so die WKO, die darauf hinwies, dass die IRU eine zentrale Rolle bei der Entstehung des Berichts gespielt habe. So leitetet die Iru 2025 gemeinsam die EGUM‑Arbeitsgruppe „Zugang zu Städten durch Unternehmen“.
Busunternehmen kämpfen mit Zugangsbeschränkungen zu Städten
Zugangsbeschränkungen in Städten sind laut dem Bericht „eines der drängendsten Themen für die Busbranche“. Fehlende Infrastruktur, wachsende Umweltauflagen und komplexe Genehmigungswege machen vielen Busunternehmen das Arbeiten schwer. Gleichzeitig stärke der Bericht – dank der aktiven Beteiligung der IRU – das „Bewusstsein der EU‑Kommission für die Bedeutung des Busverkehrs“, hofft die WKO. Die Erkenntnisse müssten jetzt genutzt werden, „um praxistaugliche Regeln und faire Übergänge einzufordern“, so die WKO, die auf zentrale Inhalte des Berichts hinweist.
Ausweitung von Umwelt- und Nullemissionszonen
Es gibt in Europas Städten eine schnelle Ausweitung von Umwelt- und Nullemissionszonen, was zur Folge hat:
- Immer mehr Städte verschärfen ihre Regeln. Dieselbusse drohen daher bereits „kurzfristig“ ausgeschlossen zu werden.
- Dabei bietet der Busmarkt derzeit kaum verfügbare emissionsfreie Reisebusse.
- Eine fehlende Ladeinfrastruktur erschwert den Umstieg zusätzlich.
Busparkplätze sind rar
Die Infrastruktur in den Städten wird knapper und immer stärker dezentralisiert:
- Zentrale Busparkplätze, Haltepunkte und Drop‑off‑Zonen verschwinden oder werden kostenpflichtig.
- Reisebus-Terminals werden zunehmend an die Stadtränder verlegt, was Wege verlängert und Reiseketten erschwert.
- Für ältere oder mobilitätseingeschränkte Fahrgäste entstehen zusätzliche Barrieren.
Bürokratische Hürden
Es gibt laut dem Bericht zunehmend einen hohen administrativer Aufwand durch lokale Sonderregeln, was sich konkret unter anderem etwa folgendermaßen äußert:
- Jede Stadt nutzt eigene Buchungs- und Registrierungssysteme.
- Unterschiedliche Gebühren, Zeitfenster und Ausnahmegenehmigungen belasten die Planung.
- Fehlende Harmonisierung führt zu Unsicherheit, Mehraufwand und Risiken für Bußgelder.
Nutzen des Busses wird unterschätzt
Busse geraten politisch unter Druck, wobei der Bericht folgende Beispiele nennt:
- Manche Städte sehen Busgruppen als „Massentourismus“ – obwohl der Bus klimaneutraler, platzsparender und sozial inklusiver ist als alle anderen motorisierten Alternativen.
- Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile des Bussektors werden vielerorts unterschätzt.