Die Reisebereitschaft der Deutschen und der Wunsch nach Urlaub bleiben auch im Jahr 2026 hoch, so der Deutsche Reiseverband (DRV). Der Verband erwartet, dass die Bundesbürger in diesem Jahr für Urlaub und Reisen rund 86 Milliarden Euro ausgeben werden. Damit wächst das Umsatzvolumen im Markt der Urlaubs- und Freizeitreisen ab mindestens einer Übernachtung im Touristikjahr 2025/26 um drei Prozent. „Wir erwarten eine wachsende Nachfrage vor allem für Kreuzfahrten, Fernreisen und die klassischen Badeziele am östlichen Mittelmeer“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Albin Loidl, über die Ergebnisse der jetzt veröffentlichten Prognose für den touristischen Gesamtmarkt.
Reisegäste buchen kostenbewusster
„Reisen bleibt auch in diesem Jahr für viele Menschen ein zentrales Bedürfnis. Auch wenn viele Kunden ihre Reisen kostenbewusster planen, erfüllt sich die Mehrheit der Deutschen auch 2026 ihre Urlaubswünsche“, zeigt sich DRV-Präsident Loidl von einer anhaltenden Nachfrage überzeugt. Trotz des optimistischen Ausblicks auf die stabile Reiselaune und das – im allgemeinen für die deutsche Wirtschaft derzeit nicht selbstverständliche – Umsatzplus, entwickeln sich die Gästezahlen nicht entsprechend, sie bleiben weiterhin leicht unter den Werten von vor der Pandemie. So prognostizieren die Experten für dieses Jahr, dass die Anzahl der Reisenden mit voraussichtlich rund 138 Millionen knapp unter dem Vorjahresniveau bleibt.
Kreuzfahrten bleiben stark gefragt
Für die derzeitige Wintersaison (1. November 2025 bis 30. April 2026) erwartet der DRV in Summe für Individual- und Pauschalreisen eine Steigerung der Reiseausgaben um zwei Prozent auf 28 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich gefragt bleiben Kreuzfahrten mit einem prognostizierten Umsatzplus von sechs Prozent, die Anzahl der Seereisenden wird nach DRV-Einschätzung um drei Prozent wachsen. Insgesamt wird für die Anzahl der Reisenden im Gesamtmarkt ein leichter Rückgang um zwei Prozent gegenüber dem Winter 2025 auf etwas mehr als 44 Millionen vorhergesagt. Bei den sogenannten erdgebundenen Reisen mit Auto, Bahn oder Bus erwartet der DRV „weniger Reisende als im Vorjahreswinter“.
DRV rechnet mit Umsatzplus für den Sommer 2026
Für die Sommerreisesaison geht der DRV von drei Prozent mehr Umsatz gegenüber dem vergangenen Sommer aus. Für ihre Reisen werden die Bürger damit den Vorhersagen nach rund 58 Milliarden Euro ausgeben. Die Anzahl der Reisenden im Sommer (Anfang Mai bis Ende Oktober) im Gesamtreisemarkt wird mit 93 Millionen voraussichtlich stabil bleiben, so die Prognose. In den einzelnen Segmenten wird die Entwicklung allerdings unterschiedlich eingeschätzt: Einen Anstieg der Gästezahlen erwartet der DRV für Flugreisen zu Mittelstreckenzielen und bei Kreuzfahrten, einen Rückgang hingegen für Nahziele bei den erdgebundenen Reisen per Auto, Bahn oder Bus. Die Nachfrage nach Fernreisen wird stabil eingeschätzt. Dieses seien aber nur „erste Tendenzen“, da es für aussagekräftige Trends aktuell noch zu früh sei, wie der DRV betont.
Weiterhin sehr starkes Frühbuchergeschäft
Nochmals früher als bereits im vergangenen Jahr werden Urlaubsreisen für die nächsten Monate – und vor allem den Sommer – bei Reisebüros und Reiseveranstaltern gebucht. Die Momentaufnahme kurz vor Ende des vergangenen Jahres für den mit Veranstaltern organisierten Markt zeigt, dass vor allem die östlichen Mittelmeerländer mit einem Umsatzplus von 22 Prozent die höchsten Zuwachsraten bei Gästezahl und Umsatz verzeichnen. Die Türkei ist bei den Frühbuchern das Sommerreiseziel Nummer 1 und vereint rund ein Viertel aller bisher für den kommenden Sommer gebuchten Veranstalterreisen auf sich. Auch Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien sind bei den Frühbuchern besonders stark nachgefragt, so die aktuellen Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA).
Hintergrundinformationen zur Prognose
Für die Prognose des Gesamtreisemarktes, die der DRV in Zusammenarbeit mit Branchenexperten entwickelt hat und zweimal im Jahr – zu Jahresbeginn und vor dem Sommer – veröffentlicht, werden sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Reiseveranstaltern als auch individuell zusammengestellte Urlaubsreisen einbezogen. Von diesem Gesamtreisemarkt entfällt laut DRV rund die Hälfte des Umsatzes auf Pauschal- und Bausteinreisen von Veranstaltern.