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Umfrage: Busreiseunternehmen weiter tief in der Krise

Der Gelegenheitsverkehr fährt weit unter seiner Wirtschaftlichkeit, warnt der NWO
© Foto: andrea lehmkuhl/stock.adobe.com

Eine aktuelle Umfrage des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen zeigt, dass die Busreiseunternehmen nach wie vor weit von einer Erholung entfernt sind.


Datum:
11.11.2021
Autor:
Thomas Burgert
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Fünf Monate nach Ende des zweiten Lockdowns habe sich die Situation für die Busreiseunternehmen in Nordrhein-Westfalen kaum verbessert. Die landes- und bundesweit stark steigenden Infektionszahlen, volle Intensivstationen sowie die Verschärfung der Corona-Maßnahmen, wie beispielsweise die 2G-Regelung in Sachsen, wirken sich negativ auf die Reisebranche aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Umfrage des Verbands Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen (NWO). „Natürlich war eine Erholung von jetzt auf gleich nicht zu erwarten. Doch die Zahlen zeigen eindeutig, wie tief unsere Reisebusunternehmen in der Krise stecken und dass es noch sehr lange dauern wird, bis sich das Geschäft auch nur annährend normalisiert“, sagte NWO-Geschäftsführer Christian Gladasch.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen im Vergleich zu einer Umfrage im Juli, dass sich immerhin die prozentuale Auslastung der Reisebusse etwas verbessert hat. Im Juli gaben 72,4 Prozent der befragten Busunternehmen an, dass sie seit Beendigung des Lockdowns Fahrten nur bis zu einem Umfang von zehn Prozent durchgeführt haben. Diese Zahl ist jetzt auf 24,2 Prozent gesunken. Von den Unternehmen haben 30,3 Prozent eine Auslastung von bis zu 30 Prozent. 6,9 Prozent schaffen es über 50 Prozent, während 1,5 Prozent angaben, den Gelegenheitsverkehr komplett aufgegeben zu haben. „Der Gelegenheitsverkehr fährt weit unter seiner Wirtschaftlichkeit. Ein Großteil der Unternehmen kann nur durch das zweite Standbein im ÖPNV seine Existenz sichern“, sagte Gladasch.

Buchungsverhalten der Kunden hat sich verändert

Gefragt nach den beliebtesten Reisezielen, liegen deutsche Ziele mit 90,9 Prozent (Juli: 77,6 Prozent) an der Spitze, gefolgt von den Grenzregionen wie Niederlande, Belgien, Österreich oder Frankreich mit 30,3 Prozent (Juli: 17,2 Prozent). Favorisiert auch Fahrten in die nähere Umgebung (28,8 Prozent).

Deutlich verschoben hat sich das Buchungsverhalten der Kunden. Im Juli sagten noch 62,1 Prozent, dass ihre Kunden sich mit der Buchung Zeit lassen. Diese Zahl sank auf 30,3 Prozent, während 36,4 Prozent der Unternehmen das Buchungsverhalten ihrer Kunden als „spontan“ bezeichnen, im Juli waren dies lediglich 3,4 Prozent.

Massiver Einbruch bei Klassenfahrten

Einen massiven Einbruch erleben die Busreiseunternehmen bei den Klassenfahrten für das zweite Halbjahr 2021. 33,3 Prozent der Befragten antworteten, dass sie weniger als zehn Prozent an Aufträgen im Vergleich zu 2019 erhalten haben, 25,8 Prozent weniger als 30 Prozent und 19,7 Prozent weniger als 50 Prozent. 2022 sieht es bis dato nicht besser aus: 24,2 Prozent wurden mit weniger als zehn Prozent von 2019 beauftragt, 30,3 Prozent mit weniger als 30 Prozent und 27,3 Prozent mit weniger als 50 Prozent im Vergleich zu 2019.

Der Ausblick macht leider wenig Hoffnung. Trotz des Angebots an Fahrten zu Weihnachtsmärkten oder Silvesterreisen fällt auch hier die Buchungslage mager aus: Bei etwa 60 Prozent sind bislang nur „sehr wenige“ Buchungen eingegangen, bei 37,5 Prozent sieht es hingegen „sehr gut“ aus. Auch die Buchungszahlen für die Reisen im kommenden Jahr sehen mager aus. 63,6 Prozent der Unternehmen erklärten, dass sie bislang nur „sehr wenige“ Buchungen hätten. Bei 27,3 Prozent sei die Buchungslage „gut, aber weit hinter der vor Corona“.

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