VIR: "Die Politik muss ihren Anti-Tourismus-Kurs ändern"

Der Mangel an Impfstoffen und Teststrategien in Deutschland sei im weltweiten Vergleich nicht mehr zu überbieten, sagt VIR-Vorstand Michael Buller
© Foto: Dwi Anoraganingrum / Geisler-Fotopress / picture alliance

Als „verfrühten Aprilscherz“ bezeichnet der Verband Internet Reisevertrieb die gestrige Ankündigung der deutschen Bundesregierung, ein generelles Reiseverbot in beliebte Urlaubsregionen prüfen zu lassen.


Datum:
25.03.2021
Autor:
Anja Kiewitt

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Als „verfrühten Aprilscherz“ bezeichnet Michael Buller die gestrige Ankündigung der deutschen Bundesregierung, ein generelles Reiseverbot in beliebte Urlaubsregionen prüfen zu lassen. „Es kann nicht mehr länger angehen, dass die Tourismusbranche in keiner Öffnungsstrategie vorkommt und ständig in die Ecke der Verursacher gestellt wird“, kritisiert der Vorstand des Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR). „Unsere Branche befindet sich seit über fünf Monaten im erneuten Lockdown und damit demonstrieren die aktuellen Infektionszahlen eindeutig, dass sie aus dem unstrukturierten privaten Umfeld stammen - alles andere ergibt überhaupt keinen Sinn, und die Politik muss endlich aufhören, den Tourismus als Pandemietreiber darzustellen“, fordert der Reise-Experte.

Ablenken vom eigenen Versagen?

Ihn verärgert besonders, dass die Bundesregierung dem Tourismus nicht nur keinerlei Perspektive eingeräumt hat, sondern auch die Bedeutung der Branche im gesamtwirtschaftlichen Kontext nicht entsprechend würdigt. Mit dem fortwährenden Bashing gegen die Reiseindustrie versuche die Politik sehr offensichtlich vom eigenen Versagen abzulenken. Der Mangel an Impfstoffen und Teststrategien in Deutschland sei im weltweiten Vergleich nicht mehr zu überbieten. Sogar die eigene Studie des Robert Koch Instituts zu Urlaubsreisen werde von der Politik ignoriert. „Sie hat bestätigt, dass der Tourismus durch Hygienekonzepte sicher funktioniert, und auch, dass die Reisebranche im Vorjahr definitiv kein Pandemie-Treiber gewesen ist“, bekräftigt Buller. „Die von der Politik verbreitete Angst vor dem Tourismus ist überhaupt nicht mehr belegbar.“

Provokation gegen den Tourismus

Buller wirft den politisch Verantwortlichen „absolute Konzeptlosigkeit“ vor. Er betont, dass in einem Lockdown, der seit fünf Monaten läuft und zu einer dritten Welle geführt hat, die Maßnahmen grundsätzlich überdacht werden müssen. „In der Wirtschaft hätte dies schon längst jedes Unternehmen getan, und man würde nicht in absoluter Untätigkeit gegenüber der Tourismuswirtschaft verharren.“ Der VIR-Vorstand weiter: „Der Politik liegen auch unzählige Hygiene- und Öffnungskonzepte touristischer Verbände und Unternehmen vor, die mit stoischer Beharrlichkeit noch nicht einmal diskutiert, sondern schlichtweg missachtet werden“, so der Verbandsvorsitzende. Seine klare Forderung: „Die Bundesregierung muss endlich in Sachen Impfungen und Testungen ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung gerecht werden, und auch der Tourismuswirtschaft eine Perspektive eröffnen – und damit aufhören, weiterhin Provokation gegen den Tourismus zu betreiben.“

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