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Der elektrische Weg

© Foto: Scania

Scania zählt schon lange zu den Busherstellern, die stark auf alternative Antriebe setzen. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Elektrobusse. Neben Hybridbussen befinden sich Motoren, die mit Erdgas, Biogas, Ethanol, Bio-diesel und HVO betrieben werden können, im Portfolio. Doch der E-Bus kommt auch bei Scania stark in Fahrt.


Datum:
26.02.2018
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Dass es neben dem konventionellen Dieselmotor auch noch andere Antriebsarten für Omnibusse gibt, ist längst kein Geheimnis mehr. Kaum ein Hersteller aber propagiert und praktiziert das so konsequent wie Scania. Gasbusse, die dank neuer, größerer Tanks immer größere Reichweiten erzielen, Dieselmotoren, die kompromisslos mit Biodiesel laufen, und jetzt ganz neu Hybridmodule, die ebendiese Motoren unterstützen, verdeutlichen dieses Engagement. Auf der Busworld 2017 wurde ein Scania Interlink LD vorgestellt, der mit Dieselkraftstoff, Biodiesel, HVO, CNG/CBG sowie Ethanol betrieben werden kann und jetzt auch mit Hybridantrieb angeboten wird. Und so klingt die Begründung bei Scania: „Das weltweit rasante Städtewachstum beruht größtenteils auf einem schnellen Wachstum der Stadtrandgebiete und basiert weniger auf einer Ausdehnung der Stadtzentren. Diese Entwicklung bedeutet längere Arbeitsstrecken für Pendler. Zudem verbraucht der Vorortverkehr derzeit dreimal so viel Kraftstoff wie der innerstädtische Verkehr. Wir müssen bei diesen Routen daher stärker auf die Verwendung von nicht-fossilen Brennstoffen setzen“, so Karin Rådström, Senior Vice President, Buses & Coaches. Das klingt einleuchtend und ist doch nur ein Teil der mobilen Zukunft im ­ÖPNV

Kein Wunder also, dass in Kortrijk sozusagen im Mittelpunkt der Fahrzeugpräsentationen ein Elektrobus stand, der Scania Citywide LF Electric. Zu kaufen gibt es den Bus noch nicht, er wird zurzeit in Nordschweden gründlich erprobt. Läuft alles nach Plan, startet in diesem Frühjahr ein kleiner Linienbetrieb mit drei Elektrobussen in Östersund. Die Busse werden im 15-Minuten-Takt auf einer 14 Kilometer langen Buslinie für insgesamt 100 Fahrten täglich eingesetzt. Um die Versorgung an den beiden Endpunkten der Linie sicherzustellen, werden dort zwei neue Ladestationen gebaut. Die Ladezeit soll zehn Minuten in Anspruch nehmen. Die Tests werden in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand einschließlich der Stadt Östersund und den Verkehrsbetrieben der Region Jämtland Härjedalen sowie dem öffentlichen Energieversorger Jämtkraft durchgeführt. Betrieben werden die E-Busse von Nettbuss, einem Tochterunternehmen der Norwegischen Staatsbahn.

Die Batteriekapazität des gezeigten Busses beträgt 150 kWh. Daran erkennt man, dass es sich um ein Konzept mit Nachladen handelt. Dazu besitzt der Bus auf dem Dach Ladeschie­nen, auf diese senkt sich ein sogenannter invertierter Pantograf, um den Bus in wenigen Minuten mit Energie für die nächste Runde zu betanken. Als Antrieb dient ein elektrischer Zentralmotor mit einer Dauerleistung von 220 kW, der seine Kraft auf eine herkömmliche Portalachse überträgt. Dazwischen befindet sich ein Zwei-Gang-Getriebe. Diese Lösung soll den Einsatz des Elektromotors effizienter gestalten. Die Batterien befinden sich im Heck in einem Powerpack sowie vorn auf dem Dach. Das soll für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung sorgen. 

Passend zu diesem Praxistest in Östersund, der im nächsten Jahr erweitert werden soll, kommt nun die Meldung, dass die beiden schwedischen Unternehmen Scania und Northvolt die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Batteriezellen für schwere Nutzfahrzeuge vereinbart haben. Scania will zehn Millionen Euro in die neue Partnerschaft investieren, um die Weiterentwicklung und den Aufbau des Testzentrums und der Forschungseinrichtung von Northvolt zu unterstützen. Bei schweren Lkw und Bussen ist zum einen die kontinuierliche Entwicklung der Ladeinfrastruktur entscheidend und zum anderen robustere, kosteneffizientere und nachhaltigere Batteriezellen, um einen Marktdurchbruch zu erzielen. Für eine optimale Wirkung müssen daher Batterie- und Zellentechnologien entwickelt werden, die unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Die beiden Unternehmen wollen ein Expertenteam aufbauen und in der Forschungseinrichtung Northvolt Labs im schwedischen Västerås zusammenarbeiten. Dort wird künftig die Produktion von Batteriezellen für Nutzfahrzeuge entwickelt und vermarktet. Die Unternehmen haben zudem einen Abnahmevertrag für Batteriezellen geschlossen. Zwar ist die Herstellung von Batteriezellen energieintensiv, jedoch bietet Schweden eine solide Versorgung mit kostengünstigem Ökostrom. Das Land sei daher gut geeignet für eine groß angelegte nachhaltige Batterieproduktion, heißt es. Northvolt baut derzeit in der nordschwedischen Stadt Skellefteå eine Batteriefabrik der neuesten Generation. Dort sollen umweltfreundliche Batterien mit optimaler CO2-Bilanz produziert werden. (sab)

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