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9-Euro-Ticket: Gemischte Bilanz beim LBO

Das 9-Euro-Ticket an sich erfreut sich zwar einer starken Nachfrage bei den Fahrgästen, allerdings vornehmlich nicht – wie von der Politik beabsichtigt – als Ersatz für den PKW im täglichen Pendelverkehr, sondern auf ohnehin stark ausgelasteten touristischen Linien sowie in Konkurrenz zum Anmiet- und Fernlinienverkehr.
© Foto: iStock/franckreporter

Nach zwei Monaten 9-Euro-Ticket ziehen die privaten mittelständischen Omnibusunternehmen in Bayern im Rahmen einer Umfrage des Landesverbands Bayerischer Omnibusunternehmen eine gemischte Bilanz.


Datum:
08.08.2022
Autor:
Judith Böhnke
Lesezeit: 
2 min
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Mehr Menschen für den ÖPNV begeistern und mit einem "attraktiven Angebot" zum Verzicht auf den PKW bewegen – dieses here Ziel der Bundesregierung wird mit dem 9-Euro-Ticket trotz des geringen Preises nur sehr eingeschränkt erreicht. Das meldet der LBO nach einer entsprechenden Mitgliederumfrage unter den rund 1.000 privaten Omnibusunternehmen in Bayern. Es gebe zwar seit Beginn des Angebots Anfang Juni sowohl an Werktagen wie auch am Wochenende eine spürbar höhere Auslastung auf den Linien. Diese könne jedoch nur eingeschränkt auf die Zielgruppe der PKW-Umsteiger zurückgeführt werden. Tatsächlich hätten gerade in den Pfingstferien wie auch an den Wochenenden viele Urlauber und Tagestouristen das Ticket für Ausflugsfahrten genutzt und damit ohnehin bereits stark frequentierte Verbindungen zusätzlich belastet. In der Folge sei es vielerorts zu Verspätungen, überfüllten Fahrzeugen und auch Auseinandersetzungen gekommen, die für die Busfahrer eine große Belastung darstellten.

Zahlreiche Verkehrsunternehmen beklagen zudem massive finanzielle Einbußen in Verbindung mit dem 9-Euro-Ticket. Anmietverkehre seien vielfach storniert oder ncht gebucht worden, etwa bei Schul-, Vereins- oder Fernlinienfahrten. „Für einen Großteil der bayerischen Betriebe, die seit jeher auch im Gelegenheitsverkehr aktiv sind, stellt das 9-Euro-Ticket eine steuerfinanzierte Kannibalisierung ihres Angebots dar", sagt LBO-Geschäftsführer Stephan Rabl. Eine derartige Konkurrenzierung müsse daher bei allen Diskussionen um eine Nachfolgeregelung, an denen sich die Branche konstruktiv und zielorientiert beteiligen werde, von Beginn an ausgeschlossen werden. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass das 9-Euro-Ticket zum ganz überwiegenden Teil den Menschen in den Ballungsräumen, wo ein gutes ÖPNV-Angebot bestehe, zugutekomme. Denn für die Bevölkerung in der Fläche Bayerns entscheide weniger der Preis des ÖPNV über die Nutzung als vielmehr das nicht ausreichend vorhandene Angebot.

Der LBO fordert deshalb bei einer möglichen Fortentwicklung des 9-Euro-Tickets mindestens ebenso viele zusätzliche Mittel in den Ausbau des flächendeckenden ÖPNV zu investieren, wie in ein Anschlussticket selbst.

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