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9-Euro-Ticket: Nachschub muss her ...

Kaum ist es weg, gibt es mehr Stau. Eine belastbare Studie gibt es dazu allerdings nicht.
© Foto: iStock/Yauhen Akulich

Die grüne Politik vermisst das 9-Euro-Ticket bereits schmerzlich: Der Autoverkehr in Nordrhein-Westfalen habe sich bereits wieder spürbar verstärkt, heißt es in einer Meldung der dpa.


Datum:
05.09.2022
Autor:
dpa/Judith Böhnke
Lesezeit: 
2 min
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Zu dem Ergebnis komme der ADAC NRW in einer ersten Auswertung, deren Ergebnisse er am Freitag bekanntgegeben habe. Nach dem letzten Aktionstag am Mittwoch habe die Staulänge im Land tags darauf laut ADAC-Verkehrsdatenbank um 27 Prozent zugenommen. Die gesamte Staulänge stieg von 881 Kilometern (31. Dezember) auf 1.119 Kilometer am Donnerstag (1. September).

Auch zeitlich brauchten die Berufspendler wieder mehr Geduld, wie es vom ADAC hieß. Die Staudauer lag am Donnerstag mit 503 Stunden um knapp 21 Prozent über dem Wert des Vortags (417 Stunden). Im Vergleich zu Donnerstag vor einer Woche (25. August) nahmen die Staukilometer an Rhein und Ruhr um 35 Prozent zu, die Staudauer nahm um 34 Prozent zu.

„Natürlich haben viele Faktoren Einfluss auf die Stausituation in NRW, gerade Baustellen und Unfälle spielen eine große Rolle. Das 9-Euro-Ticket hat aber zumindest einige Berufspendler wieder in den ÖPNV gebracht“, sagte Professor Roman Suthold vom ADAC Nordrhein. Das Ticket habe gezeigt, welches Potenzial grundsätzlich im ÖPNV stecke, „wenn der Tarif attraktiv und das Angebot unkompliziert und leicht verständlich ist“. Diese Faktoren sollte auch ein Folgeangebot beinhalten.

Der Mobilitätsexperte warnte davor, die Debatte um eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs nur auf den Ticketpreis zu reduzieren. Wenn dauerhaft mehr Menschen im Berufsverkehr vom Auto auf Busse und Bahnen umsteigen sollten, müsse auch das ÖPNV-Angebot besser werden. „Weitere Investitionen in Taktverdichtung, Infrastrukturerneuerung und Ausbau, zusätzliche Fahrzeuge und mehr Digitalisierung sind dringend notwendig. Das geht nicht mit einem Ticketpreis von 9 Euro und auch die klammen Kommunen können das nicht alleine stemmen. Der Bund muss sich stärker beteiligen“, forderte der Verkehrsexperte.

In einer repräsentativen ADAC-Umfrage im August habe knapp die Hälfte der befragten Autofahrer angegeben, mindestens in einem der drei Monate ein 9-Euro-Ticket gekauft zu haben, hieß es. Die meisten Menschen nutzten die günstige Fahrkarte überwiegend für Freizeitfahrten (70 Prozent), ein Viertel aber auch für den Weg zur Arbeit. Eine Mehrheit von 60 Prozent befürwortete eine Fortsetzung des subventionierten Angebots.

Seltsam, dass außer dem bdo niemand bei denen nachfragt, die den ÖPNV stemmen müssen … .

Dafür offenbart Bundesverkehrsminister Volker Wissing seinen Wunsch, die Nachfolge des 9-Euro-Tickets bis Ende des Jahres geklärt haben zu wollen. „Unser Ziel sollte sein, spätestens zu Beginn des Jahres 2023 ein neues Ticket zu haben“, sagte der FDP-Politiker den Zeitungen der Mediengruppe VRM. „Ich möchte ein vom Preis her möglichst attraktives Ticket, das deutschlandweit gilt und als Abo-Variante zu kaufen ist.“ Der Preis hänge „von der konkreten Ausgestaltung und der Verteilung der Kosten zwischen Bund, Ländern und den Kunden ab“.

Der Bund finanzierte die Aktion mit 2,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Verkehrsanbietern. Welch durchschlagenden Nutzen das bei den Busunternehmen im Land gezeitigt hat, geht aus der aktuellen Blitzumfrage des bdo eindrücklich hervor.

(dpa/juf)

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