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9-Euro-Ticket: Studie sieht große Chance für den ÖPNV

Die Studie hat ein großes Nachfragepotenziale für Zeitkarten ausgemacht
© Foto: MAN

In der Diskussion um den Nutzen des umstrittenen 9-Euro-Tickets verweist eine aktuelle Studie auf den Komfortgewinn für die Nutzer.


Datum:
23.05.2022
Autor:
Thomas Burgert
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Als eine „riesige Chance für den ÖPNV“ wird das 9-Euro-Ticket in der Studie OptionTrain von Rogator bezeichnet. „Mit dem Angebot, das eine Nutzung des Nahverkehrs im kompletten Bundesgebiet zu umgerechnet 30 Cent pro Tag ermöglicht, sind wir vom kostenlosen ÖPNV nur wenig entfernt. Das Pilotvorhaben führt Deutschland für drei Monate in ein gigantisches Feldexperiment. Danach werden wir wissen, was preislich möglich ist und was nicht“, sagte Andreas Krämer, CEO von Exeo Strategic Consulting und Co-Autor der Studie OpinionTrain.

Die Studie hat ein großes Nachfragepotenziale für Zeitkarten ausgemacht. Etwa 17 Prozent der Befragten geben an, über eine Zeitkarte eines Verkehrsverbundes zu verfügen (dazu zählen Jobtickets, die durch den Arbeitgeber mitfinanziert werden genauso wie Zeitkarten mit oder ohne Abonnement wie beispielsweise Monatskarten).

Komfortgewinn für die Verbraucher

Wie groß die Bereitschaft ist, am Wohnort eine ÖPNV-Monatskarte zu kaufen, die eine unbeschränkte Nutzung von Bussen und Bahnen erlaubt, wurde in der Studie ebenfalls erfasst. Demnach zeigen fast 50 Prozent der Befragten eine grundsätzliche Bereitschaft zum Kauf einer ÖPNV-Monatskarte. Besonders ausgeprägt ist die Bereitschaft in größeren Städten ab 500.000 Einwohnern (75 Prozent) und bei Verbrauchern, denen kein Pkw zur Verfügung steht (ebenfalls 75 Prozent). In kleineren Wohnorten mit schlechterer Anbindung des ÖPNV oder bei Personen, die ständig einen Pkw zur Verfügung haben, ist das Nachfragepotenzial für den ÖPNV geringer.

Den Kundennutzen der 9-Euro-Monatskarte sehen die Macher der Studie „nicht nur in dem extrem niedrigen Preisniveau, sondern auch in einem Komfortgewinn für die Verbraucher“. Gerade Personen, für die nicht nur die Höhe der Ticketpreise, sondern auch die Komplexität der Tarifsystematik eine Nutzungsbarriere darstellen, würden mit dem neuen Angebot einen einfachen Zugang zum System ÖPNV erhalten, heißt es in der Studie.

Neue Kundengruppen für den ÖPNV erschließen

Basierend auf den Angaben zu den Zahlungsbereitschaften lassen sich laut der Untersuchung Verbraucher identifizieren, die bereit sind, eine Monatskarte ab einem Preis von neun Euro zu nutzen. Potenzielle Nutzer einer 9-Euro-Monatskarte sind demnach nur zu etwa einem Drittel bereits Besitzer einer ÖPNV-Zeitkarte, 30 Prozent sind Selten- oder Non-User. So bestehe eine „gute Chance, neue Kundengruppen für den ÖPNV zu erschließen“. Im Idealfall gelte dies auch für Autofahrer, die unter normalen Umständen nie auf die Idee kommen würden, Busse oder Bahnen zu nutzen.

Hintergrund: Nach einem Rekordjahr mit knapp zwölf Milliarden Fahrgästen im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen (2019), lag das Volumen krisenbedingt in 2021 nur noch bei rund 7,9 Milliarden Fahrgästen (-32 Prozent). Für den ÖPNV zeichnet sich zwar eine Erholung der Nachfrage ab, das Niveau vor Ausbruch der Corona-Krise wird jedoch nicht automatisch wieder erreicht. Insgesamt sehen 22 Prozent der Befragten eine geringere ÖPNV-Nutzung für 2022 im Vergleich zu vor März 2020 (14 Prozent sehen eine intensivierte Nutzung). Im Saldo ergibt sich ein Minus von acht Prozentpunkten, so die Studie.

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